Mit Wasserwagen gegen Feldbrände

Die Bilder vom Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen haben auch in Mittelsachsen Besorgnis ausgelöst: Wie ist die hiesige Region gegen solche Ereignisse gerüstet?

Freiberg.

Der Kampf gegen große Flächenbrände kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen - davon ist Steffen Kräher vom Landratsamt Mittelsachsen überzeugt. Das gelte sowohl für die Bekämpfung als auch für die Verhütung eines solchen Feuers, betont der Leiter der Abteilung Ordnung, Sicherheit und Veterinärwesen. "Bei einem solchen Ereignis ist eine Gemeinde mit ihrer Feuerwehr allein überfordert. Damit es erst gar nicht dazu kommt, müssen auch Partner beispielsweise in der Landwirtschaft Vorkehrungen treffen", sagt der Fachmann.

So habe es sich inzwischen eingespielt, lobt Kräher, dass bei großer Trockenheit bei der Ernte ein mobiler Wassertank am Feldrand postiert wird. "Dadurch kann sofort gelöscht werden, falls beispielsweise eine Maschine heiß läuft und sich Stroh entzündet. Ehe die Feuerwehr angerückt ist, wäre sonst das ganze Feld abgebrannt", urteilt der oberste Katastrophenschützer im Landkreis.


Wie Kräher schätzt auch Michael Tatz vom Kreisfeuerwehrverband das Risiko eines ausgedehnten Waldbrandes wie auf dem einstigen Truppenübungsplatz Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich geringer für den Landkreis einein. "Mittelsachsen gehört zur niedrigsten Gefahrenklasse. Der Großbrand ereignete sich in einer Region, die in der höchsten Gefahrenklasse angesiedelt ist", erklärt der Vereinschef. So gebe es hierzulande kaum Kiefernwälder auf Sandboden.

Auch wenn es im Kreis kein Löschfahrzeug gebe, das speziell für Waldbrände konzipiert sei, habe die Technik in Mittelsachsen bislang gute Dienste erwiesen, so Tatz weiter: "Wichtig bei Flächenbränden ist eine stabile Wasserversorgung." Diese könne über Tankfahrzeuge im Pendelbetrieb oder lange Schlauchstrecken erreicht werden. Verbesserungsbedarf gebe es aber bei der Ausbildung. Hier sollen gemeinsam mit dem Landkreis neue Wege gegangen werden. Ein Problem sei auch die Personalstärke: "Jeder Mittelsachse ist aufgerufen, sich einzubringen."

Zu den 5000 aktiven Kameraden in über 200 Ortswehren im Landkreis gehören auch die 160 Frauen und Männer, die in den sechs Ortswehren von Halsbrücke ihren Dienst tun. Gemeindewehrleiter Peter Mai hat bereits Erfahrungen mit Flächenbränden. Jede Wehr habe mindestens ein Fahrzeug mit Löschwasserbehälter: "Sollten alle unsere Wehren alarmiert werden, stehen damit sofort 8300 Liter Löschwasser zur Verfügung." Dazu kämen etwa 4800 Meter B-Schlauch und Pumpen sowie Schaummittel, nennt er weitere Ausrüstungsbeispiele. "Allerdings nützt die beste Technik nichts ohne das notwendige Personal, welches diese bedient", stellt Mai klar. Hier sei die Gemeindefeuerwehr Halsbrücke sehr gut aufgestellt, und durch eine Kinderfeuerwehr sowie drei Jugendfeuerwehren sei auch ein sehr guter Nachwuchs gesichert.

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