Mittelsachsen sind häufiger krank

Auffallend mehr Fehltage hat es 2018 im Kreis wegen der Psyche gegeben. Der traurige Spitzenreiter bleibt aber eine andere Gruppe von Beschwerden.

Freiberg.

Der Krankenstand in Mittelsachsen ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Das bestätigen Daten, die jetzt von der Krankenkasse DAK vorgelegt worden sind. Demnach waren von 1000 Versicherten im Landkreis im Durchschnitt jeden Tag 49 krankgeschrieben. Im Jahr zuvor waren im Mittel noch vier DAK-Mitglieder pro Tag arbeitsunfähig gewesen.

Zuvor hatte die AOK Plus einen neuen Höchststand gemeldet - hier waren 2018 in Mittelsachsen im Schnitt jeden Tag 58 von 1000 Versicherten krankheitsbedingt ausgefallen (2017: 56). Nur die Barmer hatte entgegen dem sachsenweiten Trend einen leichten Rückgang bei den Krankschreibungen um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent gemeldet.

Jörg Ziehe, der nach eigenen Angaben für rund 12.000 DAK-Versicherte in Mittelsachsen zuständig ist, weist vor allem auf einen Anstieg hin: "Die Fehltage infolge psychischer Erkrankungen, zu denen Depressionen und Angstzustände gehören, stiegen um 47 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen in der Region." Konkret habe sich die Ausfallzeit von 161 auf 237Tage pro 100 Versicherte erhöht. Allerdings, schränkt Ziehe ein, habe Mittelsachsen damit in etwa auf das Landesniveau aufgeschlossen.

Auch bei der AOK, der eigenen Angaben zufolge etwa jeder zweite Sachse angehört, hatte sich der Anteil von psychischen Erkrankungen erhöht: von rund 9,5 Prozent im Jahr 2017 auf 9,7 Prozent im vergangenen Jahr.

Die häufigste Ursache für Krankschreibungen sind bei AOK, DAK und Barmer aber nach wie vor Probleme im Muskel-Skelett-Bereich. Etwa jeder fünfte Ausfalltag beruht auf dieser Gruppe von Beschwerden, die landläufig oft auch als "Rücken" bezeichnet wird.

Die DAK hat in einer Online-Umfrage auch das Thema Rauchen aufgegriffen. Von den 217 Teilnehmern im Alter von 18 bis 65 Jahren gab etwa jeder Siebte an, zigarettenabhängig zu sein. Hochgerechnet auf Sachsen wären das rund 291.000 Beschäftigte. Die 18- bis 29-Jährigen hatten mit 16,3 Prozent die geringste Raucherquote; bei den Älteren qualmt dagegen fast jeder Vierte.

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