Nächtlicher Angriff mit Pfefferspray

Ein junger Tunesier muss sich vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll eine Frau mit Pfefferspray verletzt haben. Seine Aussagen widersprechen denen der Zeugen.

Freiberg.

Vor dem Amtsgericht hat der Prozess gegen einen 24-jährigen Asylbewerber begonnen, dem die Staatsanwaltschaft Chemnitz gefährliche Körperverletzung vorwirft. Er soll in der Nacht zum 30. Juli 2017 nach einer verbalen Auseinandersetzung mit mehreren jungen Deutschen eine zu dieser Gruppe gehörende Frau mit Pfefferspray angegriffen und ihr dadurch gesundheitliche Schäden zugefügt haben.

Die Tat habe sich vor einem Döner-Imbiss in der Burgstraße im Freiberger Stadtzentrum ereignet. Ein zweiter Ausländer sei beteiligt gewesen, hieß es in der Anklage. Ihm wird zur Last gelegt, im Zusammenhang mit der ersten Tat und im gemeinschaftlichen Vorgehen mit dem 24-Jährigen ein Mitglied der Gruppe mittels zweier leerer Bierflaschen geschlagen zu haben.

Der Tunesier war dem Gericht aus einer Justizvollzugsanstalt zugeführt worden, der zweite mutmaßliche Täter kam nicht zum Prozess. Ein Versuch, ihn durch die Polizei holen zu lassen, scheiterte, weil er nicht auffindbar war. Gegen ihn wurde deshalb ein Haftbefehl erlassen. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt. Es soll zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.

Der Angeklagte äußerte sich zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen. Zusammen mit seinem Freund sei er nach einer Party, bei der sie Bier und Wodka getrunken hätten, in den Imbiss gegangen, um etwas zu essen. Ein Deutscher habe behauptet, sie hätten sein Geld vom Tresen entwendet, und sie als Kanaken beschimpft. Er selbst habe daraufhin den Deutschen als Rassisten bezeichnet und dann das Lokal verlassen. Draußen sei er von einem Mann, der vorher auch im Imbiss war, heftig zu Boden geschubst worden. Er sei am Kopf verletzt worden und habe geblutet. Um sich zu wehren, habe er Pfefferspray benutzt, aber nicht speziell auf die Frau gezielt.

Die Geschädigte berichtete, sie sei auf dem Weg zum Imbiss, obwohl sie mit ihrem Ehemann und Freunden zusammen war, von dem Angeklagten angesprochen worden. Später, als der zunächst verbale Streit zu eskalieren drohte, sei sie auf die Streitenden zugegangen, um zu schlichten. Da sei ihr von dem Tunesier unvermittelt Pfeffergas ins Gesicht gesprüht worden. Vor allem ihr Mund sei betroffen gewesen. Der Täter habe vorher nicht auf der Straße oder auf dem Gehweg gelegen.

Auch die anderen Zeugen erklärten, der Angeklagte sei weder zu Boden geschubst worden noch habe er geblutet. Sie seien zwar vor dem Lokal von den beiden Ausländern in provokativer Weise angerempelt worden, hätten jedoch keinesfalls eine körperliche Auseinandersetzung gewollt.

Das Verfahren wird mit der Anhörung weiterer Zeugen am 12. Dezember fortgeführt.

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