Oper - Der Barbier Die kursächsischen Postmeilensäulen

Freiberg.

Der sächsische Kurfürst Friedrich August I (August der Starke) ließ die Poststraßen Kursachsens vermessen, um bessere Reisebedingungen für den Handel zu schaffen. Dafür beauftragte er im Jahr 1713 Adam Friedrich Zürner. 1721 erließ er ein Mandat, wonach die Räte auf städtische Kosten vor jedem Stadttor Distanzsäulen aufzustellen hatten. Sie mussten 8 Ellen (heute: 4,53 Meter) hoch sein. Zur Reiseerleichterung sollten die Entfernungen zu anderen Städten eingemeißelt werden. Das war etwas völlig Neuartiges. Die Entfernungen wurden in Stunden angegeben, wobei man davon ausging, dass ein Fuhrmann neben seinem Pferdewagen lief. Eine halbe Postmeile entsprach einer Stunde. Auch Nebenstraßen und Pferdewechselstellen wurden mitgeteilt. Freiberg hatte fünf Stadttore: Das Erbische Tor, das Peterstor, das Kreuztor, das Meißner Tor und das Donatstor. Der Steinmetz Friedrich Feuer fertigte fünf Distanzsäulen aus festem quarzitischem Sandstein aus seinem Steinbruch bei Niederschöna an. Auf den Säulen befand sich ein Wappenstück mit den Großbuchstaben AR (für Augustus Rex, König August). Die Freiberger Postmeilensäulen wurden 1723 aufgestellt. Nach dem Wiener Kongress 1815 verloren sie ihre Bedeutung. Noch dazu führte 1840 das Königreich Sachsen eine andere Meilenlänge ein. Die Säulen vor dem Kreuztor und dem Donatstor wurden zerstört. Hingegen befand sich die Postmeilensäule des Meißner Tors etwa 100 Jahre lang in Reinsberg. 1988 konnte sie weitgehend unbeschädigt zurückgeführt und wieder aufgestellt werden. Damit besitzt Freiberg als einzige Stadt drei original erhaltene kursächsische Distanzsäulen. (eva)

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