Parkplatznot am Romanusbad

Am Freibad in Siebenlehn ist es an heißen Tagen oft schwierig, sein Auto abzustellen. Jetzt wird die Forderung nach dem Wiedereinrichten der Parktaschen laut.

Siebenlehn.

Wer später kommt, muss weiter laufen. Robert Harlaß hat sein Auto am Fahrbahnrand der Badstraße in Richtung Nordstraße abgestellt. "Dort parke ich immer", sagt der 85-Jährige. Etwa dreimal in der Woche kommt er ins Romanusbad Siebenlehn. Der Parkplatz direkt vor dem Bad ist gerade an heißen Tagen oft rammelvoll. "Wer später kommt, muss eben länger laufen", sagt Harlaß, der seit 1965 Stammgast im Bad ist.

Dass es eigentlich mehr Stellplätze auf dem Parkplatz geben könnte, sagte Stadtrat Michael Walcha (Siebenlehner Sport) in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Hintergrund: Mit der Sanierung der Badstraße fiel die Markierung weg. Seit voriger Woche im Parkplatzbereich ist die Durchfahrt mit einer Linie definiert, damit Anwohner und Rettungskräfte durchkommen. Denn als wegen des Massenansturms in den Hitzewochen ein Parkchaos auf der Badstraße herrschte und Autos nicht mehr durchkamen, hatte der Förderverein das Bauamt um Unterstützung gebeten. Ergebnis ist die weiße Linie zwischen Straße und Parkplatz. Walcha zufolge ist die Fahrbahn der Badstraße zwischen Badgelände und Parkplatz nach dem Ausbau im vorigen Jahr zu breit. Auch Parktaschen gibt es keine mehr. "30Prozent der Parkplätze sind so verloren gegangen. Auf der Straße passen ja zwei Lkw aneinander vorbei - eine Ausweichmöglichkeit hätte es auch getan", so Walcha. CDU-Stadträtin Heiderose Kunze aus Kleinvoigtsberg pflichtete ihm bei.

Laut Bauamtsleiter Frank Jänich ist die Fahrbahnbreite vorgeschrieben. Ein Behindertenparkplatz müsse noch ausgeschildert werden. "Aber das Parkplatz-Problem wird man durch ein Kennzeichnen der Stellflächen nicht lösen können", ergänzte er. Auf Anfrage von "Freie Presse" sagte Jänich gestern: "Wir werden das mit den Parktaschen noch einmal prüfen."

Stadtrat Michael Walcha schlug vor, dass die Badstraße in der Badesaison als Einbahnstraße ausgewiesen werden könnte. Der Verkehr könnte dann über den Feldweg zur Nordstraße geleitet werden. Laut Bürgermeister Volkmar Schreiter (FDP) soll darüber im Bauausschuss beraten werden. Die Stadt habe bewusst darauf verzichtet, an Falschparker Knöllchen zu verteilen. "Wir wollen die Besucher nicht vergraulen", so Schreiter.

Auch bei Schwimmmeister Marcel Säurich beklagen sich Besucher, dass sie keinen nahen Parkplatz gefunden haben. Der junge Mann sagt: "Es wäre schon viel geholfen, wenn die Siebenlehner zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen würden." Das bestätigt Herbert Grahl, Siebenlehns Ortsvorsteher und zugleich Chef des Badfördervereins: "Wir haben 100 Fahrrad-Stellplätze, die nicht ansatzweise ausgelastet sind."

Ansonsten ist Grahl mehr als zufrieden: "Dieser Sommer bricht in Sachen Besucherzahlen und Temperaturen alle Rekorde", sagt er. Laut Schwimmmeister Säurich strömen täglich bis zu 500 Besucher in die Anlage. Der Badbetrieb sei bisher absolut störungsfrei und bei bester Stimmung verlaufen, ergänzt Grahl. "Wobei den sechs Kassierern und 14Rettungsschwimmern im Wechselbetrieb natürlich die Temperaturen unweit der 40-Grad-Grenze zu schaffen machten. Auch das Kioskpersonal leistet Gigantisches." Die Badegäste würden Wasserqualität und Service loben. Die Attraktionen wie das Sprungkissen würden rege genutzt. Am Mittwoch waren 65Schüler der Oberschule Halsbrücke zu Gast, heute kommen Siebenlehner Grundschüler in die Anlage.

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