Pneuro-Rekord-Jagd quer durch Freiberg

178 Fahrer waren beim Freiberger Fahrrad Zickzack auf der Strecke. Bei der zehnten Auflage des Rennens gab es eine erfolgreiche Premiere.

Freiberg.

Punkt 15 Uhr am Samstag schlug die Häuerglocke auf dem Freiberger Schlossplatz an. Sie gab den Startschuss für das 10. Freiberger Fahrrad Zickzack (FFZ), veranstaltet von InPulz Stadtradio und der "Freien Presse". 178 Teilnehmer begaben sich auf die Strecke, um an zwölf Stationen in der Innenstadt und den Randbezirken Punkte, Pneuros, zu sammeln. In den Kategorien Frauen, Männer und Teams wurden am Ende die Sieger gekürt. Neu war eine Kinder- und Jugendwertung. Für sie waren allein Stationen der Innenstadt vorgesehen.

Neben dem Sport stand für die meisten Teilnehmer der Spaß im Vordergrund. Denn außer Kondition braucht man beim FFZ noch Glück. Entscheidet doch an jeder Station der Würfel, wohin es geht. Da kann es schon vorkommen, dass man von der Reichen Zeche bis zum Waldbad und zurück fahren muss. Durch kleine Spiele an den Stationen gab es die Möglichkeit, die Zahl der Pneuros noch zu erhöhen.

Station 1 war ein Neuling beim FFZ, denn die Firma Blitzschutz & Höhenservice Engler gab ihren Einstand. "Ich bin früher selbst mitgefahren", erzählt Geschäftsführer Frank Engler. "Dabei habe ich oft im 'Gefängnis' gesessen und weiß, was eine gute Station wert ist." Das Gefängnis war an Station 7, der Städtischen Wohnungsgesellschaft, zu finden, wenngleich es heute Pausenstation genannt wird. Wer sich hierhin würfelte, musste entweder fünf Minuten pausieren oder eine Mathematikaufgabe lösen, damit es gleich weitergehen konnte. "Manche ruhen aber trotzdem aus oder nutzen die Toilette", so Sabrina Hübler vom Wohnungsunternehmen.

An Station 12, dem Johannisbad, bildete sich schnell eine Warteschlange, denn es war nicht einfach, mit zittriger Hand Enten aus einem Bottich zu angeln, um zusätzliche Pneuros zu sammeln. Auch bei den Stadtwerken, Station 11, kam es auf ruhige Finger an. Denn man musste am "heißen Draht" entlangbalancieren. "Die Hektiker verzichten lieber darauf", sagt Thomas Fenzel von den Stadtwerken. "Diejenigen aber, die die Ruhe bewahren, schaffen es auch meistens."

Die Torwand bei der Wohnungsgenossenschaft, Station 6, musste viel aushalten, denn die meisten Schüsse donnerten nicht in die 40- oder 60-Pneuro-Löcher, sondern daneben. An der Reichen Zeche, Station 3, wurde traditionell der Bergkönig ermittelt. Er erhielt am Ende einen Preis, weil er am häufigsten den Anstieg bewältigen musste. Mit sechs Mal holte sich Corinna Trommler diesen Titel. Den Sieg bei den Kindern heimste John Mokroß (11 Jahre/820 Pneuros) ein. Die Herrenwertung dominierte Maik Hesse (950 Pneuros), die der Damen Dorina Domigall (630). Bei den Teams siegte Elektro Union Freiberg (1910).

Fotos: bei Facebook (Fahrrad Zickzack)


Mit dem Rad auf Du und Du

Einen Vorteil brachte der Freiberger Eric Rudolph mit: Er ist seit 1996 aktiver Radballer, also das Zweirad unter seinem Körper mehr als gewohnt. Dennoch war es erst seine zweite Teilnahme am Fahrrad Zickzack. "Wenn ich ehrlich bin, fahre ich nicht so gerne im Straßenverkehr", gestand er. Dort zurechtzukommen, ist ein Teil der FFZ-Regeln. Eine eigene FZZ-"Polizei" hatte ein Auge darauf, dass niemand die StVO verletzte. Mit "Elektro Union Freiberg" gewann Rudolph die Teamwertung. (wjo)


Die Jüngste am Start

Die fünfjährige Emma Lena Quaschny aus Freiberg ging mit Papa René beim Fahrrad Zickzack an den Start. Für beide war es die Premiere. Als erste Station erwürfelten sie den Sparkassen-Stand am Untermarkt. Über Siegchancen wollte das Mädchen aber nicht spekulieren. René Quaschny freute sich über die Idee. "Es ist reizvoll für den Wettbewerb, dass auch Kinder mitmachen dürfen", sagte er. Jeweils in Begleitung eines Erwachsenen begaben sich 12 Kinder und Jugendliche in die Spur. (wjo)


Auch Schieben war angesagt

Stev Leibelt hatte das ungewöhnlichste Rad dabei. "Das ist ein Halfbike aus Bulgarien", erzählte er. "Man lenkt es durch Gewichtsverlagerung, und es fährt sich deutlich schwerer als ein Fahrrad." Dafür blinkerten die Lichter am Gefährt bunt. Glücklicherweise musste er damit nie den Anstieg zur Reichen Zeche bewältigen, dafür aber zweimal die Halsbrücker Straße hinauf. "Da muss man dann schieben", gab Leibelt zu. Auch das Kopfsteinpflaster bereitete einige Schwierigkeiten. (wjo)

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