Rotlicht-Fahrer gefährden Fußgänger

Die B-101-Ampel in Großschirma wird oft verkehrswidrig überfahren. Der Bürgermeister schlägt deshalb spezielle Blitzer vor. Doch so einfach ist das offenbar nicht.

Großschirma.

Gestern in der Mittagszeit: Die Ampel auf der B 101 in Großschirma in Richtung Freiberg schaltet auf Rot, doch ein silberfarbener Ford flutscht noch drüber. Glücklicherweise hat die ältere Fußgängerin am Übergang erst geguckt, ob noch ein Auto angeprescht kommt - und gewartet. Diese Situation ist kein Einzelfall. Laut Bürgermeister Volkmar Schreiter (FDP) passiert es häufig, dass Fahrer bei Rot noch über die Kreuzung Hauptstraße/B 101 rasen. "Dadurch besteht eine große Gefahr für die Fußgänger. Es ist nur Glück, dass bisher nichts passiert ist", sagt Schreiter.

Als Möglichkeit zur Entschärfung sieht er einen Rotlicht-Blitzer. Eigenen Angaben zufolge hat sich Schreiter deshalb am 1. August an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) gewendet. "Allerdings habe ich noch keine Antwort erhalten", sagt er.

Laut Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert sind an Lichtsignalanlagen "zunehmend Rotlichtverletzungen erkennbar". In Großschirma allerdings seien der Behörde keine Unfälle mit an dieser Ampelanlage querenden Fußgängern bekannt. Dies habe die Auswertung der Unfalldaten ergeben.

Nach Angaben der Behördensprecherin sind allerdings in den vergangenen Jahren wiederholt Auffahrunfälle auf der B 101 registriert worden. Ursachen seien Behinderungen durch abbiegende und in unangepasster Geschwindigkeit an die Kreuzung rasende Fahrzeuge. Siebert: "Mittels Rotlichtblitzer wird dieses Unfallrisiko nicht zu reduzieren sein. Vielmehr erscheint eine Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für die Reduzierung der Unfälle sinnvoller." Das Landesamt als Straßenbaulastträger sei aber für die Errichtung derartiger Anlagen nicht zuständig. Das Landratsamt Mittelsachsen kündigte für heute eine Antwort auf eine entsprechende Anfrage an.

Nach dem Nein des Stadtrates zur Lasuv-Variante für den B-101-Ausbau mit einer innerörtlichen Ampelkreuzung befürchten Großschirmaer eine zeitliche Verzögerung des Projektes. Laut Landesamt-Sprecherin Siebert ist diese Sorge unbegründet. Derzeit werde der Vorentwurf der Maßnahme erarbeitet. Im Zuge dessen erfolge die Abstimmung und Abwägung von Planungsvarianten, unter anderem mit der Stadt Großschirma. "Nicht jede Ablehnung einer vorgeschlagenen Planungsvariante führt dabei automatisch zu zeitlichen Verzögerungen", betont Siebert.

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