Schlosstheater begeistert mit neuem Weihnachtsmärchen

Die besondere Version des Stückes "Vom Fischer und seiner Frau" kam beim Premierenpublikum sehr gut an.

Augustusburg.

Wie viel braucht der Mensch, um zufrieden zu sein? Dass die wachsende Gier nach Reichtum unglücklich macht, erlebten kleine und große Zuschauer am Samstag zur Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens "Vom Fischer und seiner Frau" im ausverkauften Kindertheater des Schlosstheaters Augustusburg.

Ilsebill und Matti, gespielt von Anna Silke Röder und Andreas Unglaub, sind ein armes Fischerpaar, das durch die Zauberkraft eines dankbaren Fisches zu immer größerem Reichtum gelangt, bis beide am Ende durch die Unersättlichkeit der Frau wieder in ihrer einfachen Hütte landen. Das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm hat der Autor und Schriftsteller Frank Goldt speziell für das Schlosstheater in eine moderne Bühnenform umgeschrieben. "Ich wollte den Inhalt in eine kindgerechte, nachvollziehbare Fassung bringen", erklärte der Dresdner nach der Vorstellung.

Seine Version überzeugte gleichermaßen Erwachsene wie Kinder, die mit gespannter Aufmerksamkeit das Geschehen verfolgten. Die warmherzigen Dialoge, zum Teil in Reimform, und die überaus humorvolle Spielweise der beiden Schauspieler begeisterte das Publikum, das nicht mit Lob und herzlichem Beifall sparte. Das Bühnenbild ist mit vielen überraschenden Details liebevoll gestaltet worden. Trotz des kleinen Raumes ist von den steilen Klippen am Meer über die Fischerhütte bis zum Schloss alles vorhanden.

Mit der gelungenen Premiere können Andreas Unglaub und Anna Silke Röder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. "Wir hatten etwa 100 Vorstellungen, von denen viele ausverkauft waren", sagte Unglaub. Zu den nachgefragtesten Stücken gehört die Komödie "Das letzte Mal". Zur Premiere und deutschen Erstaufführung im März war der Autor Emmanuel Robert-Espalieu persönlich aus Frankreich angereist und von der Umsetzung so beeindruckt, dass sein Verlag den Schauspielern ein brandneues Stück aus der Feder Robert-Espalieus angeboten hat. Die Komödie "One-Way-Ticket zum Mond" hat im März 2020 Premiere. Glück im Unglück hatte Anna Silke Röder bei ihrem Unfall während einer Aufführung von "Das letzte Mal". "Zu Beginn bin ich im Dunkeln von der Treppe gestürzt, was aber außer Andreas niemand gemerkt hat." Fürsorglich habe er leise gefragt, ob sie wirklich spielen wolle. "Das stand für mich nicht zur Diskussion. Das Adrenalin auf der Bühne hat mich den anschwellenden Knöchel vergessen lassen", sagte sie. Anschließend habe sie acht Wochen mit Stock gespielt, der für das Publikum einfach zur Rolle gehörte. Überraschenden Besuch gab es von einer Zuschauerin aus der Nähe von Berlin. Diese war extra ins Schlosstheater gekommen, nachdem sie Ursula Karusseits Buch "Zugabe" gelesen hatte.

www.schlosstheater-

 

augustusburg.de/

 

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