Schnee und Eis machen Wälder unsicher

Bäume stürzen auf Dach der Mehrzweckhalle im Mortelgrund

Rechenberg-Bienenmühle/Sayda.

Trotz des vielen Schnees, der in zahlreichen Waldgebieten Äste und Bäume brechen lässt und Gefahren für Wanderer und Skifahrer birgt, sperrt der Forstbezirk Marienberg derzeit die in seiner Zuständigkeit befindlichen Waldflächen nicht komplett. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde von gestern Nachmittag hervor. Allerdings werde diese Entscheidung "entsprechend der aktuellen Witterung bewertet und kann sich nach weiterem Neuschnee und insbesondere Regen ändern", heißt es. Gefahrenquellen stellten hängende Bäume sowie Kronenabbrüche dar. "Waldarbeiter des Forstbezirkes und Unternehmer arbeiten intensiv daran, die Begehbarkeit des Waldes aufrecht zu erhalten", so ein Sprecher des Forstbezirks.

Die Feuerwehren waren gestern erneut gefordert - auch in Sayda. Die Rettungskräfte rückten an zwei Tagen zu vier Einsätzen aus, um durch die Schneelast umgestürzte Bäume von der Verbindungsstraße zwischen Sayda und Heidersdorf zu räumen. Inzwischen ist die Staatsstraße laut Feuerwehrchef Frank Mielack in Absprache mit dem Forst und der Straßenmeisterei gesperrt worden. Auch vom Dach der Mehrzweckhalle der Jugendherberge im Mortelgrund räumten die Saydaer Einsatzkräfte zwei Bäume. "Bis jetzt ist kein Schaden am Dach zu erkennen. Aber wenn der Schnee weg ist, muss es noch einmal genau begutachtet werden", sagte die stellvertretende Herbergsleiterin Ulrike Fink gestern. Zum Dächer freischippen mussten die Sayder Wehrleute bisher nicht ausrücken, so Frank Mielack.

An der Dresdner Straße in Freiberg klagte ein Anwohner darüber, dass der schmale Gehweg unter der Bahnbrücke seit drei Tagen nicht beräumt worden sei. Die Saxonia teilte als Grundbesitzerin mit, dass der Gehweg täglich vom Schnee befreit werde, von den Schneepflügen aber wieder zugeschüttet würde.

Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) mahnte zur Vorsicht. "Nicht jede Fahrt muss unbedingt jetzt erfolgen", erklärt er. Auch Fußgänger sollten abwägen, ob sie bei der Witterung raus müssen. Als Beispiel verwies er auf eine Seniorin, die am Donnerstag zwischen Forstweg und Waldbad entkräftet aus dem Schnee gerettet werden musste. Zwar seien Rettungsdienst und Wehr rasch vor Ort gewesen. "Jedoch werden die Einsatzkräfte derzeit an vielen anderen Orten dringender gebraucht." (acr/akli)

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