Stadträte machen Weg für Ausbau des Helmholtz-Instituts frei

Das nationale Zentrum für Rohstoffsicherung erhält an der Chemnitzer Straße mehr Platz. Der wird auch dringend gebraucht.

Freiberg.

Die Stadt Freiberg verkauft fast 3,2 Hektar Land an den Freistaat Sachsen. Das hat der Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen. Bei dem Gelände, für das rund 7,9 Millionen Euro verlangt werden, handelt es sich um das Areal um das frühere Forschungsinstitut für Aufbereitung (FIA) an der Chemnitzer Straße 40. Es wird für das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) benötigt.

Wie Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) informierte, soll das im August 2011 von der TU Bergakademie Freiberg und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf gegründete Institut als nationales Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Technologien für die Sicherung der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen etabliert werden. Geplant sei, bis 2030 nahezu 100 Millionen Euro zu investieren und die Anzahl der Beschäftigten von derzeit etwa 140 auf 350 Mitarbeiter aufzustocken.


Aktuell laufe bereits der Neubau des Metallurgie-Technikums, so Krüger weiter, der von der Europäischen Union mit 9,8 Millionen Euro und vom Freistaat mit 400.000 Euro unterstützt werde. Ein weiteres Technikum sowie die Erweiterung der Labor- und Büroflächen seien in Planung. "Das ist eine Erfolgsgeschichte, die der Stadt und ihrer wissenschaftlichen Reputation im internationalen Maßstab gut tut", urteilte der Oberbürgermeister.

Die einzigen beiden Stadträte, die gegen den Verkauf der Fläche votierten, waren Volker Meutzner und Jürgen Bellmann (beide Haus/Grund). Meutzner hatte gefordert, das Areal nur in Erbbaupacht zu geben. Hintergrund dabei ist, dass die Fläche zu einem Sondervermögen gehört, das die Stadt als rechtlich unselbstständige Stiftung "Ehemaliges Stiftsvermögen St. Johannis" führt.

Dagegen argumentierte die Verwaltung, dass die Pacht nicht reichen würde, um Zins und Tilgung für die Darlehen in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro für die Immobilie aufbringen zu können. Zudem habe der Freistaat nur am Erwerb der Fläche Interesse.

Mit dem Verkaufsbeschluss beauftragte der Stadtrat die Verwaltung jedoch zugleich, als Ausgleich für die Veräußerung adäquate Grundstücke in das Stiftsvermögen einzubringen. Als mögliches Beispiel nannte der Rathauschef gegenüber der "Freien Presse" die Immobilien Petersstraße 19 und 21. Sie waren erst kürzlich für 225.000 Euro von der Stadt erworben worden. Auf dem in Summe gut 1400 Quadratmeter großen Areal könnten altersgerechte Wohnungen entstehen, hatte OB Krüger dazu erklärt. (mit acr)

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