Trotz Finanznot: Sayda will seine Parks sanieren

Eigentlich ging es bei dem Vorschlag "nur" um 2500Euro. Doch es fällt schwer, die auszugeben, wenn die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht - und dem Bauhof schon die Eimer ausgehen.

Sayda.

Die finanziell nicht eben auf Rosen gebettete Stadt Sayda will 2500 Euro ausgeben, um ihre Parkanlagen von einem professionellen Gartenbau-Unternehmen auf Vordermann zu bringen. Zu dieser Entscheidung - gegen den Willen des Bürgermeisters Volker Krönert (CDU) - hat sich der Stadtrat am Mittwochabend nach langer Debatte durchgerungen. Die Fraktion "Wir für Sayda" und die Fraktion der Händler und Gewerbetreibenden hatte in einer der vorherigen Sitzungen einen entsprechenden Antrag gestellt.

Sayda sei ein staatlich anerkannter Erholungsort, argumentieren Befürworter wie Diana Käppler von "Wir für Sayda". "Die Parks sehen aber nicht wirklich so aus, als hätten wir diesen Titel." Die Unterstützung sei auch wichtig für die Bürger, die sich seit Jahren ehrenamtlich um die Anlagen kümmern und nun an ihre Grenzen stoßen, ergänzte Udo Gläser (Fraktion der Händler und Gewerbetreibenden). "Die sind mit ihrem Latein am Ende", verdeutlichte Gläser.

Das Geld, so der ursprüngliche Ansatz, solle aus der sogenannten Kommunalpauschale von 70.000 Euro kommen, die der Freistaat den Kommunen nun drei Jahre lang jeweils ausschüttet. Dass die Parks entsprechende Pflege gut vertragen können, war unter den Stadträten nicht umstritten. Doch über die Frage, ob die Stadt sich das angesichts der finanziellen Schieflage leisten könne, entspann sich eine intensive Debatte.

Schon zu Beginn der Sitzung hatte der Bürgermeister über ein Gespräch mit Innenministerium und Rechtsaufsicht über den aktuellen Haushaltsentwurf berichtet. Aktuell steht die Stadt mit rund einer Million Euro in der Kreide, zum Jahresende, schätzt Kämmerer Jens Wolf, werden es immer noch um die 700.000 Euro sein. Der Haushaltsentwurf für dieses Jahr könne zwar genehmigt werden, diese Botschaft brachten Krönert und Wolf aus Dresden mit. Doch beim Haushaltssicherungskonzept, in dem es darum geht, wie die Stadt langfristig Schulden abbaut, muss das Rathaus noch einmal nachsitzen und "alle realistischen Einsparpotenziale" auf Plausibilität prüfen.

Angesichts dessen kratze eine Ausgabe für die Parkpflege an der Glaubwürdigkeit, was den Sparwillen der Stadt angehe, so der Bürgermeister. Auch Frank Mielack (Bürgerinitiative) gehörte zu den Kritikern des Vorschlags. Er verwies darauf, welche weiteren Aufgaben die Stadt kaum noch erfüllen könne, so sich um undichte Dächer des Bauhofs oder des Feuerwehrdepots in Friedebach kümmern. "Im Bauhof gehen uns schon die Eimer aus", schimpfte er. In Friedebach gebe es nicht einmal Geld für ein bisschen Dachpappe.

Die Rettung kam von CDU-Mann Klaus Moisel: Nach seinem Vorschlag bleibt die Pauschale unangetastet. Die Parksanierung soll über eingesparte Lohnkosten getragen werden, da ein Mitarbeiter des Bauhofs erkrankt ist. Allerdings, so die Einschränkung, muss die Verwaltung erst prüfen, ob dieser Plan wirklich funktioniert.

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