Trotz Tanzverbot: 330 Gäste genießen Beat im Park

Drei Titel und der Funke sprang über: "Beat Club Leipzig" hat den Zuhörern in Lichtenwalde ordentlich eingeheizt. Die mussten allerdings brav auf ihren Stühlen sitzen bleiben.

Lichtenwalde.

Günter Palm hat schon auf vielen Bühnen Staub gewischt. Schließlich war der Musiker bereits dabei, als 1987 die Band "Beat Club Leipzig" aus der Taufe gehoben wurde. Doch jetzt freute sich der 67-Jährige wie lange nicht auf einen Auftritt. Denn mit seinen Kollegen Micha, Bernd und Frank war er am vergangenen Samstag dabei, als unter dem Motto "Beat im Park" im Schlosspark Lichtenwalde Hits aus einer Zeit erklangen, als die Beatles noch kurze Haare hatten, die Herren beim Tanz einen Anzug trugen und die fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg im Osten Deutschlands fast nur über die oftmals pfeifende Kurzwelle empfangen werden konnte. "Wir sind so froh, dass nach den zahlreichen coronabedingten Veranstaltungsabsagen diese Party in Lichtenwalde stattfindet. Und dieser wunderschöne Park, in dem ich vorher noch nie war, bildet die perfekte Kulisse", sagte Palm, der sich augenzwinkernd als einen "religionsübergreifenden Volksprediger" bezeichnet, kurz vor dem Auftritt. Und seine Botschaft kam dann bei den rund 330 Gästen sehr gut an. Denn die Band aus der Messestadt benötigte nur drei Titel, bis der Funke übersprang. Die Hände der Besucher gingen in die Höhe, viele wippten den Takt mit den Füßen mit. Auch wenn einige der Beatfans gern zur Musik getanzt hätten, mussten sie relativ still sitzen. Denn das Corona-Hygienekonzept beinhaltete leider auch ein Tanzverbot. Doch diese Auflagen bremsten die Musiker keinesfalls, sie gaben kräftig Gas. "Sonst sind wir im Jahr rund 70 mal in ganz Deutschland unterwegs, spielten einmal sogar in der Ukraine", sagte Gitarrist und Bandchef Palm. Im Gegensatz zum kräftigen Sound des Beat Clubs Leipzig sorgte Andreas Geffarth in Lichtenwalde für die etwas leiseren Töne. Er interpretierte nicht nur einige der großen Beatles - Songs, sondern brachte auch etwas Woodstock-Gefühl auf die Bühne. "Ich bin seit rund 30 Jahren als Musiker unterwegs und trete dabei mehr als zur Hälfte rein solistisch auf", sagte der Geraer. Am Ende des Konzerts wollte er in seinem zweiten Block eigentlich nur noch fünf Titel spielen, wurde aber durch die "Zugabe"-Rufe des harten Kerns des Publikums animiert, die Gitarre nicht so schnell aus der Hand zu legen. Dazu gab es bei "Beat im Park" den gesamten Abend Musikgeschichte und -geschichten zu hören, die von Oldie-Papst Lutz Stolberg präsentiert wurden. Der Moderator von Radio RSA führte zugleich durch das Programm.

Nach Mitternacht rollten dann die Fahrzeuge der Musiker aus Lichtenwalde heraus Richtung Autobahn. An Bord der Autos befanden sich zufriedene Künstler.

Auch das Fazit von Ralph Streicher fiel positiv aus. "Durch die Corona-Krise war es gar nicht so einfach, das Konzert auf die Beine zu stellen. Doch die Resonanz des Publikums hat mir gezeigt, dass sich der Aufwand gelohnt hat", schätzte der Chemnitzer Organisator ein.

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