Verein startet Aktion "1000 Äcker für Insekten"

Der Naturschutzverband Sachsen will Landbesitzer dafür gewinnen, Fliegen, Käfern & Co. mehr Raum zu überlassen. Profitieren sollen davon auch Vögel.

Oederan.

Der Naturschutzverband Sachsen (Nasa) stellt am morgigen Sonnabend auf dem 2. Sächsischen Naturschutzforum in Oederan das Projekt "1000 Äcker für Insekten" vor. Ziel der Initiative sei es, erläutert Vereinsvorsitzender Tobias Mehnert, in Sachsen 1000 Äcker für den Insektenschutz und die Artenvielfalt zu akquirieren: "Es kommt nun darauf an, möglichst viele Landnutzer und Grundstückseigentümer für die Idee zu begeistern beziehungsweise deren Initiativen für den Insektenschutz mit einzubinden." Bislang seien bereits 171 Äcker mit insgesamt 562 Hektar von Projektpartnern eingebracht worden.

Über den Erfüllungsstand, die Partner und Hintergründe der Initiative informiert ein Internetportal. Als Mindestanforderungen gelten demzufolge eine Flächengröße von 1000 Quadratmetern auf einem Schlag sowie der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Dünger. Entscheidend für den Insektenschutz sei, so Mehnert, dass Halme und Stängel über den Winter stehen bleiben und damit Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten bieten, dass Ackerwildkräuter zum Blühen kommen und damit als Nahrungspflanzen für Insekten dienen können und dass Insekten und Ackerwildkräuter nicht aktiv bekämpft werden durch den Einsatz von chemischen Mitteln. "Unterstützend wirkt, wenn einheimische Blühpflanzen aktiv eingesät werden", hebt der Vereinsvorsitzende hervor.


Dem Naturschützer geht es bei der Aktion auch um die Vogelwelt: "Wo Insekten fehlen, fehlen unter anderem auch die Vögel. Bereits mit wenigen Maßnahmen lassen sich auf den Äckern nachhaltige Verbesserungen erzielen." Dabei müsse an den Ursachen für das Insektensterben angesetzt werden - nach Ansicht des Fachmanns beeinträchtigen großflächige Monokulturen, fehlende Nahrungspflanzen und Überwinterungsstrukturen, Nutzungs- und Pflegedruck sowie der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln Insektenhabitate und wirken sich negativ auf Fortpflanzung und Migration aus.

Das Naturschutzforum, das Nasa und Grüne Liga Sachsen gemeinsam ausrichten, steht unter dem Motto "Naturschutz von unten". Es soll eine "Austauschplattform für aktive Naturschutzkräfte, unabhängig von parteipolitischen oder behördlichen Vorgaben", sein. So soll unter anderem über die Waldbewirtschaftung, die Rotwildjagd und den Wolf diskutiert werden. Zudem geben Nasa und Grüne Liga einen Überblick über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Naturschutzarbeit seit dem Forum 2018. www.1000aecker.de

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