Von Kämpfen und anderen Höhepunkten

Während Wrestlingkämpfe für Gaudi im "Tivoli" sorgten, widmeten sich Schüler einem ernsten Thema.

Zum fünften Mal hat die Show von "Next Stop Wrestling" aus Dresden am Samstag im Freiberger "Tivoli" gastiert. Rund 350 Fans verfolgten die insgesamt acht Kämpfe der 32Wrestler, von denen laut Veranstalter 90 Prozent aus Sachsen, Berlin und Brandenburg kamen. "Ich bin sehr zufrieden. Das Haus ist voll, und die Jungs haben gute Leistungen gezeigt", sagte ein zufriedener Raik Listemann vom Vorstand des Vereins Next Step Wrestling. Die nächste große Show findet am 25.Mai im Alten Heizhaus Dresden statt. Zum Jubiläum der 50.Show, die Open Air stattfindet, hoffen die Veranstalter auf einen Rekord von 1000 Besuchern. Tickets sind über die Facebookseite des Veranstalters erhältlich. "Auf jeden Fall macht das Zuschauen Spaß", so ein Besucher aus Bräunsdorf.

Einem eher ernsten Thema haben sich die Schüler der Klasse 9c des Freiberger Schollgymnasiums in einem fächerübergreifenden Projekt gewidmet: Menottis Opernthriller "Der Konsul". Dabei begleiteten sie die Produktion, in der es um eine Familie auf der Flucht und ihr Ringen um die nötigen Formalitäten geht. Jetzt haben die Neuntklässler auch ihre eigenen Bühnenbildmodelle fertiggestellt - und die Theaterbesucher können diese im zweiten Rangfoyer besichtigen. Die Arbeitensind etwa so groß wie eine Puppenstube, doch von Gemütlichkeit ist keine Spur. Vielmehr wirkt der Konsulatsvorraum in den Modellen unpersönlich und seelenlos - schließlich werden die Antragsteller meist abgewimmelt.

Der 14-jährige Gymnasiast Ruben Kochale und seine Mitstreiter haben ihr Modell ganz in Weiß gestaltet. Es gibt einen großen Tisch, dahinter das Foto von einer Person, die Sekretärin des Konsuls, ihr Mund ist abgeklebt. "Uns war die schlichte Gestaltung wichtig", sagt Ruben. Wie seine Mitschüler auch, war er bei der Generalprobe dabei und damit zum ersten Mal in der Oper. Sein Urteil: "Ganz gut, aber an manchen Stellen etwas langweilig." Im Modell, das Shahida (14) und ihr Team kreiert haben, dominieren die Farben Lila, Rot, Weiß und Schwarz. "Das Rote steht für die Wut und bringt Leben rein. Und die schwarze Farbe soll böse wirken, schließlich werden die Besucher des Konsulats immer wieder abgewiesen", sagt die 14-Jährige. In der Opernaufführung habe sie von der Handlung wenig verstanden. Doch sie würde wieder mal ins Theater kommen.

Julia wiederum fand die Oper "ziemlich verwirrend". Die 14-Jährige sagt: "Ohne die Vorbereitung im Kunst- und Englischunterricht hätte ich nichts verstanden. Aber der Gesang war schon beeindruckend." Gemeinsam mit Emilia (15) erklärt sie ihre Mini-Bühne: "Der überdimensionale Tisch zeigt, dass die Sekretärin viel Macht ausübt", sagt Julia. Emilia deutet auf die auffällige Wanduhr: "So bekommt der Zuschauer das Gefühl von Zeitdruck." Sie erzählt, dass sie im Englischunterricht einen Teil einer Arie ins Deutsche übersetzten. "Die Wörter mussten zu den Noten passen. Das war mal etwas anderes."

Die Idee für das Projekt, an dem Kunstlehrerin Antje Müller-Palàsti und Englischlehrerin Monika Walther beteiligt waren, war beim Workshop "Berufe in der Kunst" im Schollgymnasium entstanden, bei dem Oberspielleiterin Judica Semler dabei war. "Es war spannend", so Judica Semler, und Stephan Drehmann, Dramaturg und Konzertpädagoge, ergänzte: "Viele Schüler waren nach der Probe auch noch in der Aufführung." Die nächste Vorstellung des "Konsuls" findet übrigens am Ostersamstag statt.

Im wahrsten Sinne des Wortes spielte am Samstag in Freiberg die Musik. Wenngleich es dabei nicht vorrangig und jederzeit um die geglückte Erzeugung sinnvoller Melodiefolgen ging. Im Deutschen Brennstoff Institut (DBI) tagte der Sächsische Blasmusikverband bei seinem 29. Verbandstag mit der Hauptversammlung der Bläserjugend des Freistaates. Delegierte von über 70Mitgliedervereinen und diversen angeschlossenen Mitgliederverbänden waren in die Silberstadt gekommen, um die Interessen von rund 10.000 Mitgliedern zu vertreten und das Entwicklungspotenzial zu diskutieren. Nicht zu vergessen, dass mit Thomas Colditz ein neuer Präsident des Verbandes gewählt wurde, der Frank Vogel in dieser Funktion ablöste. Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) lobte in seinem Grußwort die Arbeit des Bergmusikkorps Saxonia.

Dessen Nachwuchsorchester begeht in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag, was sich auch im Frühlingskonzert am 27. April widerspiegeln soll. Richard Thum, 1. Vorsitzender des Bergmusikkorps, würdigte den Blasmusikerverband und seine Arbeit, die einen hohen Stellenwert in der Kultur- und Vereinslandschaft des Landkreises habe. Doch ersparte er der Politik auch nicht mahnende Worte. Er forderte die Sicherstellung des Musikunterrichts an den Schulen, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit mehr sei. Auch sollten die Möglichkeiten von Förderungen unterschiedlichster Art nicht durch unnötige Hürden erschwert werden. Dem scheidenden Präsidenten Frank Vogel (CDU), zugleich Landrat des Erzgebirgskreises, blieb es, die einfachste, wenngleich zutreffendste Feststellung des gesamten Verbandstreffens zu formulieren: "Ein Leben ohne Musik ist arm, wenn nicht gar armselig." Recht hat er. (mit mer/wjo)

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