Warum alte Fichten neuen Kirschbäumen Platz machen

Bei Pflanzaktionen kamen am Wochenende viele Setzlinge in den Boden. Gelichtete Bestände werden ergänzt, Lücken geschlossen.

Geringswalde/Wiederau.

Wo jetzt noch Kahlschlag herrscht, werden in der Gemarkung Hoyersdorf und nahe am künftigen Radweg Ulmen, Vogelkirschen und Tannen wachsen. Derzeit setzen Forstwirt Gerold Genge und Revierförster Stefan Scholz etwa 600 Setzlinge auf rund 2000 Quadratmetern Fläche in die Pflanzlöcher. Die Fläche war abgeholzt worden: Borkenkäfer und Trockenheit hatten dem Fichtenbestand arg zugesetzt. "In etwa zehn Jahren werden sich Radfahrer an den Kirschbäumen bedienen können", verspricht der Revierförster.

Derweil kreischen im benachbarten Schlag in der Fröhne die Motorsägen. Auch dort müssen auf etwa einem Hektar kranke Fichten raus. Laut Scholz wird der Staatsbetrieb Sachsenforst allein in diesem Jahr auf etwa 37 Hektar rund 130.000 Eichen, Douglasien, Kirschen, Ulmen und Tannen am Rochlitzer Berg, rund um Frankenberg und Mittweida sowie im Waldgebiet Fröhne aufforsten. Zum Einsatz kommt auch etwa eine Tonne Roteicheln, die im vergangenen Jahr im Auenwald bei Geringswalde geerntet worden war.

Am Samstag wurden bei einer Baumpflanzaktion zwischen Topfseifersdorf und Wiederau am Wirtschaftsweg Richtung Königshain Lücken in der bisherigen Bepflanzung geschlossen. 30 Laubbäume, überwiegend Linden und Ahorn, kamen in den Boden. Die zweite gemeinsame Pflanzaktion der Nabu Regionalgruppe "Im Erlbachtal" Topfseifersdorf mit der Gemeinde Königshain-Wiederau fand wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Umständen statt und somit auch anders als ähnliche Pflanzak- tionen. "Wir haben lange überlegt, ob wir die Aktion jetzt durchführen sollen", sagte Bürgermeister Johannes Voigt. "Die Bäume waren aber schon ausgegraben und mussten in die Erde." So wurde geschaut, dass maximal zwei Leute gemeinsam arbeiten die sonst auch zusammen sind. Da beim Einschlagen der Holzpfähle kein großer Abstand möglich ist, unterstützte Agraset Naundorf mit einem Teleskoplader. Mit diesen wurden die Pfähle in den Boden gedrückt. René Ziegenhagen vom Nabu zeigte sich dafür dankbar und hofft auf eine weitere Zusammenarbeit beim Naturschutz. Die Bäume für die Pflanzung hat die Gruppe gespendet, die Gemeinde hat etwa 600 Euro für die Pfähle und weiteres Material ausgegeben. Eine Heckenpflanzung in einer Gartenanlage in Wiederau Anfang April wird wohl erst einmal nicht stattfinden.


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