Was der Erzgebirgswald Kindern erzählt

Seit Jahren pflegen Kindergärten aus dem Erzgebirge eine Partnerschaft mit einer Einrichtung aus dem tschechischen Most. Die gemeinsamen Projekte machen beiden Seiten Spaß.

Clausnitz.

Die Gewitterwolken waren auf dem kleinen Parkplatz am "Ringel" in Clausnitz noch gar nicht richtig abgezogen, da zog es die rund 60 Hortkinder aus Cämmerswalde, Rechenberg-Bienenmühle und Clausnitz schon in den Wald. Mit Holger Stiehl, Lothar Wunderlich und Gerd Reichel hatten sie kompetente Wanderleiter an ihrer Seite. In drei Gruppen zogen die Sechs- bis Zehnjährigen, darunter auch 16 Mädchen und Jungen aus dem benachbarten Most, durch den Erzgebirgswald.

Der Wandertag ist eines der Projekte, die in Zusammenarbeit zwischen der tschechischen Caritas in Most und der Kitas der Volkssolidarität in den Erzgebirgsorten durchgeführt werden. Diese Kooperation besteht bereits seit 12 Jahren.


Leonie Klemm aus Cämmerswalde zeigte sich begeistert von ihrer Tour. "Wir haben Bäume bestimmt, Vogelstimmen erraten und verschiedene Gräser erklärt bekommen. Auch einen Pilz haben wir gefunden und einen Grashüpfer gesehen", berichtete die Zehnjährige. Holger Stiehl erzählte den Mädchen und Jungen auch einiges über den Borkenkäfer. "An der Tafel auf dem Wanderparkplatz haben wir uns angeschaut, woher die tschechischen Kinder kommen. Ganz toll fand ich, dass wir auf Bäume klettern durften", so die Grundschülerin.

Gerd Reichel vom Sachsenforst war daserste Mal dabei. "Mich hat sehr beeindruckt, wie diszipliniert die Kinder waren. Sie haben begeistert mitgearbeitet. Sie wussten schon sehr viel rund um den Wald und haben mich zudem mit Fragen förmlich gelöchert. Wenn ich das nächste Mal wieder eingeladen werde, bin ich natürlich dabei", sagte der Waldpädagoge.

Möglich wurde die Veranstaltung, laut Silke Schönherr, Verwaltungsleiterin des Volkssolidarität Regionalverbandes Freiberg, auch dieses Jahr wieder durch die Unterstützung des Landratsamtes und den Aktionsplan "Toleranz ist ein Kinderspiel". Die tschechischen Kinder kämen aus einer Einrichtung, die Elternhäusern unterstützen, die soziale Schwierigkeiten haben. "Wenn ich die fröhlichen Kinder sehe, wie sie begeistert unser Angebot annehmen und umsetzen, weiß ich, dass wir alles richtig machen", erklärte Silke Schönherr.

Jedes Jahr reist auch Brigita Janovska aus Most mit ins Erzgebirge. Sie ist nicht nur Dolmetscherin sondern auch Koordinatorin für diese Projekte und die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen ihrer Einrichtung und den deutschen Kitas. "Unsere Kinder fahren gern hierher. Das Erzgebirge auf beiden Seiten zu erkunden, ist für uns ein großes Anliegen. Deshalb haben wir auch noch vor der Grenze eine Rast eingelegt und unsere Kinder mit unserem Teil des Erzgebirges vertraut gemacht. Dabei spielt neben dem Wald auch die Umwelt eine große Rolle", sagte die Tschechin.

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