Wasser trotzt der Hitzeschlacht

Die Talsperren in der Region sind noch gut mit Wassergefüllt - und überstehen längere Trockenphasen, sagen Fachleute.

Lichtenberg.

Die Region stöhnt unter der Hitze - noch heißere Tage sind angekündigt. Wer kann, sucht Abkühlung. Angesichts der anhaltenden Trockenheit fragt sich so mancher: Wie lange reicht das Wasser in den Stauanlagen Mittelsachsens zur Trinkwasseraufbereitung? "Es ist alles im grünen Bereich", fasst Britta Andreas von der Landestalsperrenzentrale Sachsen die aktuelle Situation zusammen. Obwohl der Niederschlag fehlt, seien die Talsperren in Mittelsachsen gut gefüllt.

Jeder Bewohner des Freistaates verbraucht laut Wasserzweckverband Freiberg etwa 90 Liter Trinkwasser am Tag. Dabei gehören die Sachsen mit Thüringen gegenüber anderen Bundesländern eher zu den sparsameren Wassernutzern. Dennoch stellt Silvia Braune, Geschäftsleiterin des Wasserzweckverbandes Freiberg fest: "Wir liefern derzeit etwa 15 Prozent mehr Trinkwasser als zu anderen Zeiten."

Der Verband versorgt aus dem eigenen Wasserwerk die Regionen Freiberg und Freiberg Nord und liefert das vom Zweckverband Fernwasser Südsachsen Chemnitz im Wasserwerk Lichtenberg aufbereitete Rohwasser an die Kunden im Gebiet Brand-Erbisdorf. Außerdem versorgen die Freiberger die Bereiche Sayda, Cämmerswalde und Frauenstein mit seinen Stadtteilen Burkersdorf, Nassau und Dittersbach aus Tiefbrunnen und Quellen. "Aus den Quellen steht gegenwärtig weniger Wasser zur Verfügung, da der Niederschlag fehlt", erklärt die Geschäftsleiterin. Aber: "Niemand muss sich Sorgen machen, die Versorgung ist abgesichert", sagt sie.

Dieses Signal gibt es auch von Talsperren Lichtenberg und Rauschenbach. "Für die Trinkwasser-Versorgung im Freiberger Raum ist vor allem die Talsperre Lichtenberg von Bedeutung. Sie ist mit 76 Prozent noch gut gefüllt", sagt die Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. So betrage der Inhalt gegenwärtig reichlich 8,7 Millionen Kubikmeter Wasser. Das sogenannte Stauziel liege bei 11,44 Millionen Kubikmeter Wasser. In der Talsperre Rauschenbach befinden sich laut Landestalsperrenverwaltung noch knapp 10 Millionen Kubikmeter Wasser, das Stauziel liege hier bei reichlich 11 Millionen Kubikmetern. Die Talsperre Saidenbach habe ein Stauziel von insgesamt 19,3 Kubikmetern Wasser, sie ist mit reichlich 17 Millionen Kubikmetern derzeit noch zu knapp 89 Prozent gefüllt, so die Sprecherin.

In Sachsen seien viele Talsperren über Stollen und Rohrleitungen miteinander verbunden, beim Talsperrensystem Mittleres Erzgebirge unter anderem die Talsperren Saidenbach und die beiden Neunzehnhainer Stauanlagen. Mit diesen Verbundsystemen könne sichergestellt werden, dass auch bei längeren Trockenperioden ausreichend Rohwasser in guter Qualität für die Trinkwasserversorgung vorhanden sei.

"Die Talsperren werden durch das Wassermengenmanagement so bewirtschaftet, dass auch eine weitergehende Trockenheit zu keinen schwerwiegenden Auswirkungen insbesondere auf die Trinkwasserversorgung führt", erklärt Britta Andreas.


Tipps zum Wassersparen

Das meiste Wasser verbrauchen Kraftwerke. Daher rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland: "Auch Stromsparen hilft, den Wasserverbrauch zu senken."

Nehmen Sie Ihre täglichen Gewohnheiten unter die Lupe: Läuft beim Zähneputzen immer das Wasser? Lassen Sie viel Wasser ungenutzt in den Ausguss laufen bis heißes Wasser kommt? In vielen Momenten können Sie Wasser, das Sie nicht benötigen, auffangen und zum Beispiel zum Blumengießen verwenden.

Geben Sie beim Kochen nur so viel Wasser in den Topf, wie Sie tatsächlich brauchen. Auch im Wasserkocher wird das Wasser oft weggekippt. Dieses Wasser kann zum Gießen der Blumen verwendet werden.

Waschen Sie Geschirr im Becken oder in der Spülmaschine. Spülen unter fließendem Wasser verbraucht bis zu sieben Mal so viel Wasser.

(Quelle: Gemeinschaftsaktion der regionalen Wasserunternehmen)

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