Wassernetz: Verband ist offen für Gespräche

Kaufmännischer Leiter reagiert auf AfD-Vorschlag zu Brunnendörfern

Freiberg/Halsbrücke.

Der Wasserzweckverband Freiberg (WZF) ist grundsätzlich gesprächsbereit, um Lösungen für den Anschluss von Brunnendörfern an sein Trinkwassernetz zu finden. Das hat Norbert Reinelt bekräftigt. Der kaufmännische Leiter des Verbands reagierte damit auf eine Pressemitteilung, die der Landtagsabgeordnete Rolf Weigand (AfD) am Sonntag verschickt hatte. Darin hatte der Großschirmaer unter anderem den Freistaat aufgefordert, den Fördersatz für den Ausbau des Trinkwassernetzes von 65 auf 90 Prozent zu erhöhen.

Über die Förderquote werde seit einem Jahr diskutiert, weiß Reinelt: "Dann müsste aber auch der Fördertopf aufgefüllt werden." Die 10 Millionen Euro, die zuletzt für ganz Sachsen bereit gestanden hätten, seien da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Allein im WZF-Gebiet, das im Wesentlichen die ehemaligen Kreise Freiberg und Brand-Erbisdorf umfasst, gebe es noch ungefähr 850 Grundstücke ohne Anbindung ans Wassernetz. Ein Komplettanschluss der 18 Siedlungen würde Schätzungen des Verbands zufolge etwa 22 Millionen Euro kosten.

Für rechtlich nicht umsetzbar hält Reinelt dagegen Weigands Vorschlag, der WZF möge die im Zusammenhang mit der Coronakrise verfügte Senkung der Mehrwertsteuer nicht an seine Kunden weiterreichen und das Geld für den Anschluss der Halsbrücker Ortsteile Haida und Erlicht an das Trinkwassernetz verwenden. "Das käme einer Preiserhöhung gleich", urteilt der Kaufmann. Der Verband habe abgewogen, welcher Anteil der Anschlusskosten für Brunnendörfer über den Preis von allen Kunden getragen und welcher Betrag den Neukunden als Baukostenzuschuss zugemutet werde. Die Vorgabe, dass 80 Prozent der Grundeigentümer einem Anschluss zustimmen müssen, sei in Haida und Erlicht verfehlt worden. Zudem seien etwa sechs der 38 Zusagen mit Einschränkungen verknüpft worden, so Reinelt, die als Nein gewertet werden müssten.

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