Weißes Beinkleid und graue Jacke

Pyramidenparade: Ältester der Hütte organisierte das Leben der Knappschaft

Freiberg.

Der mittlere Teller der Pyramide auf dem Freiberger Obermarkt ist den Hüttenleuten vorbehalten. Sie sind um einen graublauen Silberbrennofen gruppiert und werden von einem Knappschafts- ältesten angeführt. Der Verantwortliche der Knappschaft der Hüttenleute wurde auch Hüttenältester oder Ältester der Knappschaft genannt. Zu seinen Aufgaben gehörte es, den Büchsenpfennig einzusammeln, das Geld zu verwalten und Ausgaben zu kontrollieren. Er achtete auch darauf, dass die Hüttenleute zu vorgeschriebenen Anlässen ihre Uniform trugen. Anders als im Bergbau wurden die Uniformen und Paradeutensilien für das Amalgamierwerk, die Halsbrücker und Muldener Hütte sowie für die Antonshütte zentral gelagert und von den Knappschaftsältesten verwaltet. Deren Repräsentanten nannte man Knappschaftsvorsteher. In der Freiberger Nikolaikirche, im Dom und in der Tuttendorfer Kirche durften sie als Beamte des Hüttenwesens das Hüttenknappschaftsgestühl nutzen.

In der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft trägt nur der Hüttenälteste zu den weißen Beinkleidern eine graue Puffjacke. Prägnant ist auch sein schwarzer Hut mit der schwarzen Feder. Als Offiziant darf er den Säbel und das Steigerhäckchen tragen. Auf dem untersten Teller trägt der Älteste Forkel, Stecheisen und Glätthaken als Insignien des Hüttenwesens. (kn)

Unser Autor ist Knut Neumann von der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft. Er stellt in einer Beitragsfolge die Figuren der Pyramide vor.

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