Wie es aktuell um die Bauarbeiten am Freiberger Bahnhof steht

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Am Freiberger Bahnhofsgebäude finden derzeit Sicherungsarbeiten statt. Sie sind der Auftakt für ein ehrgeiziges Projekt.

Freiberg.

Auch wenn auf Grund der niedrigen Temperaturen die Arbeiten am Dach des Freiberger Bahnhofsgebäudes seit dem 5. Februar und noch bis zum Mittwoch dieser Woche ruhen - der Winterschlaf für den einstigen Prachtbau aus dem Jahr 1862 ist endgültig beendet. Noch handelt es sich bei dem, was derzeit ganz oben auf dem Mittelrisalit - dem hervorstehenden Fassadenteil - und dem westlichen Kopfbau geschieht, vorrangig um Sicherungsarbeiten. Doch kann man diese durchaus als Start für eines der ambitioniertesten Projekte der Silberstadt überhaupt betrachten.

"Die Notwendigkeit ergab sich auf Grund massiver tragwerksrelevanter Holzschäden an beiden Dachtragewerken", erklärt Holger Reuter, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bauwesen. Der Zustand des Daches als auch des Mauerwerks war derartig schlecht, dass gehandelt werden musste. Mit den ersten Arbeiten wurde im September 2020 begonnen. Erst Ende 2019 hat die Stadt das Gebäude erworben, nachdem es sich lange Jahre in privater Hand befunden hatte.

Um auch bei schlechtem Wetter arbeiten zu können, bekamen die beiden Dächer selbst noch einmal ein Dach. Darunter wurden inzwischen Teile der alten Substanz abgetragen. Im Mittelrisalit entfernte man zudem eine Zwischendecke über der Eingangshalle, welche in den 1960-er Jahren eingezogen worden war. Teilweise sind jetzt wieder die alten Wandgestaltungen mit ihren früheren Fenstern zu sehen. Der Rest ist noch von einer Wand abgedeckt. "Die wird aber abgetragen und die frühere Gestaltung vollständig sichtbar gemacht", sagt Hochbauamtsleiterin Silke Grombach.

Überhaupt hält die Stadtverwaltung an ihrem ehrgeizigen Zeitplan für die vollständige Sanierung und Modernisierung des Baus und der dazugehörigen Freifläche, die sich bis zum Hotel Alekto zieht, fest. "Noch in diesem Jahr soll auf der Freifläche ein Parkplatz mit Stellflächen für Reisebusse entstehen", so OB Sven Krüger, der auch erklärt, warum man an dieser Stelle kein Parkhaus bauen kann, was mit der Bergbaugeschichte Freibergs zusammenhängt. "Darunter verläuft das Gangtrum des 'Kuhschacht Stehenden'", sagt Krüger. Es sei unmöglich, darüber Gebäude zu errichten.

Für die Fortführung der aktuellen Sicherungsarbeiten, die im Mai abgeschlossen werden, sind die Vorbereitungen getroffen. Ist das Gebälk fertig, stehen weitere Arbeiten an. "Dann erfolgt die Dachdeckung mit Naturschiefer", sagt Holger Reuter. "Schließlich werden Gauben zur Gewährleistung ausreichender Belichtung des Dachgeschosses hergestellt." Die Bauwerkskosten sind mit 950.000 Euro veranschlagt, Nebenkosten in Höhe von etwa 220.000 Euro kommen dazu.

Die eigentlichen Arbeiten am Gebäude könnten 2022 beginnen, dann etwa drei Jahre dauern und nach erster Schätzung circa 17 Millionen Euro kosten. "Für die spätere Nutzung suchen wir schon jetzt Interessenten", sagt Sven Krüger.

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