Zu wenige Fußgänger für Übergang an der B 101

Zum Norma-Markt Großhartmannsdorf laufen? Einwohner wünschen sich einen sicheren Übergang. Doch es sind zu wenige.

Großhartmannsdorf.

Der kleine Einkauf zwischendurch, ein Snack nach der Schule: Anwohner kritisieren immer wieder, dass es für Fußgänger keinen sicheren Übergang zum Norma-Markt in Großhartmannsdorf gibt.

Eine Verkehrszählung im Jahr 2013 hatte ergeben, dass im Schnitt pro Tag 8200 Fahrzeuge die Bundesstraße 101 im Ort befahren. Ortsauswärts links befindet sich ein Fußweg, der Norma-Markt liegt rechts. Vor allem an der Kreuzung Hauptstraße/Lohsen sei die Querung sehr gefährlich.

Woran liegt es, dass es bislang keinen Übergang gibt? Bereits 2018 wurde das Problem in der Bürgerfragestunde angesprochen. Damals teilte Bürgermeister Werner Schubert (CDU) mit, dass er bei Norma nachgefragt habe, ob ein Übergang mit Zebrastreifen in Höhe des Geschäfts für Bürobedarf möglich sei. Norma antwortete, dass der Grünstreifen zwischen Straße und Parkplatz nicht überbaut werden dürfe, weil Leitungen darunter liegen und Wasser versickern müsse.

Auf aktuelle "Freie Presse"-Anfrage hat Norma bislang nicht reagiert. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) dagegen schon. 50 Fußgänger pro Stunde: Das ist die Mindestanzahl gemäß Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen und Empfehlungen für Fußgängeranlagen, von der abhängt, ob in Höhe des Norma-Marktes eine Fußgängerampel oder ein Fußgängerüberweg angeordnet werden darf. Doch: "Die Mindestanzahl wird nicht ansatzweise erreicht", sagt Lasuv-Sprecher Franz Grossmann.

Im März 2019 hatten sich Vertreter der örtlich zuständigen Verkehrsbehörde, der Polizei, der Straßenmeisterei und des Lasuv zu einer Verkehrsschau getroffen, um zu beraten, wie notwendig eine Querungshilfe für Fußgänger ist und wie man sie umsetzen könnte. Das Ergebnis: "Insgesamt wurde selbst von der Gemeinde der Querungsbedarf als äußerst gering eingeschätzt", so Grossmann.

Obwohl die baulichen Voraussetzungen für einen Überweg oder eine Ampel gegeben sind, wurde wegen des zu geringen Bedarfs beides grundsätzlich verworfen. "Der Einsatz einer Fußgängerüberquerungshilfe scheitert zudem an der zu geringen Fahrbahnbreite. Die Errichtung einer Unter- oder Überführung steht in keinem Verhältnis zum vorhandenen Querungsbedarf", so der Sprecher.

Um die Situation dennoch zu entspannen, will die Gemeinde einen Gehweg auf der Seite von Norma - zwischen Bushaltestelle und Abzweig Zehntel - bauen. Dann müssten zumindest die Anwohner vom Zehntel nicht mehr die Bundesstraße queren. Die Gemeinde warte noch auf Antwort vom Straßenbauamt, so der Bürgermeister.

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