Amtsgericht-Investor bebaut Parkflächen

Oft reichen die 150 Stellplätze am Fachmarktzentrum in Burgstädt nicht aus. Jetzt gab es eine weitere Einschränkung. Zum Ärger der Autofahrer.

Burgstädt.

Gunter Dickmann traute seinen Augen kaum, als er mit seinem Auto auf den Parkplatz vor dem Einkaufszentrum an der Straße der Deutschen Einheit in Burgstädt einrollte: "Da war auf einem Pkw-Stellplatz ein Fahrradständer aufgebaut", sagt der Chemnitzer. Am dortigen Fachmarktzentrum sei es sowieso schwer, einen Parkplatz zu finden. "Nicht auszudenken, wenn alle der etwa zehn Geschäftsinhaber vor ihren Läden ein oder zwei Parkplätze absperren würden." Dann sei das Verkehrschaos perfekt.

Eine Beschwerde im Burgstädter Ordnungsamt habe ergeben, dass für den Parkplatz nicht die Stadt, sondern der private Eigentümer des Fachmarktzentrums zuständig ist. "Das stimmt", sagt Centermanager Patrick Lutz. Er habe nach Bekanntwerden des Vorfalls den Ladeninhaber des Textilgeschäftes sofort aufgefordert, den Fahrradständer zu entfernen. Denn die Parkplätze seien für Autos vorgesehen. Kik-Kundenbetreuer Nils Danelsing versichert auf Nachfrage, dass der mobile Fahrradständer nach der Kritik sofort entfernt worden sei und den Pkw-Stellplatz nicht mehr blockiere.

Doch Centermanager Lutz macht auf ein anderes Problem aufmerksam: "Es sind sowieso weniger Parkplätze geworden, weil der Besitzer vom Amtsgericht dort einen Anbau errichtet und Beete angelegt hat", sagt er. Wegen der baulichen Veränderungen laufe ein Rechtsstreit. Dabei setze er sich als Verwalter des Fachmarktzentrums für den Erhalt der Parkplätze ein, sagt Lutz. Mehr könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu sagen.

Den Rechtsstreit bestätigt der Eigentümer des Amtsgerichts, Andreas Scholz. In dessen Auftrag sagt Stephanie Dunger von der Geschäftsleitung der Immobilienfirma Chreans: "Gerichtlich sind wir zum Rückbau des Eingangsbereiches in Parkflächen aufgefordert worden." Die Umgestaltung von zwei Parkplätzen am alten Amtsgericht sei notwendig geworden, um die Zugänge zu den beiden Läden und dem barrierefreien Haupteingang in das Gebäude zu gewährleisten. Grünstreifen würden die Laufwege von den Parkplätzen abtrennen. Die Düsseldorfer Eigentümergesellschaft des Fachmarktcenters (LCE) habe ihrer Meinung nach unangemessen reagiert. Unter Nachbarn habe sich Dunger einen Brief und kein Gerichtsverfahren erwartet. Ein Angebot zu gleichwertigen Ausgleichsflächen sei von Anwälten der LCE abgelehnt worden. Das Problem der Mitbenutzung von etwas mehr als 150 Parkflächen des Fachmarktzentrums sei also noch nicht geklärt.

Die Immobilienfirma habe einen Kurzzeitparkplatz vor dem Sanitätshaus angelegt. Zudem würden vor allem ältere Bewohner der neuen Wohnanlage im zweiten Stock in der Regel kein Fahrzeug besitzen, so Dunger. Außerdem habe die Chreans-Geschäftsleitung über Jahre beobachtet, dass zu verschiedenen Stoßzeiten nie alle Parkplätze belegt seien. Das habe sich auch nicht mit Eröffnung des alten Amtsgerichtes geändert, so Dunger.

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