Nach Unfall: Sorge um Sicherheit

Seit 2014 hat es an dem Knotenpunkt fünf schwere Zusammenstöße gegeben. Bräunsdorfs Ortsvorsteher fordert eine neue Beschilderung - nicht zum ersten Mal.

Bräunsdorf/Kaufungen.

Wie sicher ist die Kreuzung am Maltzteich, an der die Straßen aus Oberfrohna, Bräunsdorf, Kaufungen und Niederfrohna zusammentreffen? Über diese Frage ist nach dem schweren Unfall am Montag eine Diskussion entbrannt. Bei dem Zusammenstoß wurden vier Personen schwer verletzt. Ursache des Unfalls war, dass eine 54-jährige Seat-Fahrerin, die aus Richtung Niederfrohna in Richtung Bräunsdorf unterwegs war, die Vorfahrt eines 62-jährigen Audi-Fahrers nicht beachtet hatte, der von Oberfrohna in Richtung Kaufungen fuhr. Bei der Kollision wurde der Audi zudem gegen einen an der Kreuzung haltenden Peugeot geschleudert.

Ein Vorfahrtsfehler war auch der Auslöser eines Unfalls, der sich am 20. September am selben Ort ereignete. Damals übersah eine 30-jährige Polo-Fahrerin, die von Bräunsdorf nach Niederfrohna fahren wollte, einen 18-jährigen Golf-Fahrer, der aus Richtung Oberfrohna kam. Der junge Mann wurde bei dem Unfall verletzt, zudem entstand etwa 20.000Euro Schaden. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden im Zeitraum von 2014 bis heute an jener Stelle fünf Unfälle mit Verletzten registriert.

Die Zahl nimmt Bräunsdorfs Ortsvorsteher Hartmut Reinsberg zum Anlass, an einen Wunsch zu erinnern, den er und andere Bewohner des Ortsteils schon 2013 geäußert hatten. "Wir haben gefordert, dass Stoppschilder aufgestellt werden", sagt er. Vor drei Jahren war die Maltzteich-Kreuzung ausgebaut worden, um den Verkehr aufnehmen zu können, der über den neuen Autobahnzubringer rollt. Anschließend wurden an den Einmündungen aus Richtung Bräunsdorf und Niederfrohna "Vorfahrt gewähren"-Schilder errichtet - für Reinsberg zu wenig, zumal nach seinen Angaben dort vorher Stopp-Schilder gestanden hatten. "Wir mussten uns aber damit abfinden, dass es keine Stoppschilder geben wird", erinnert er sich. Die Stadtverwaltung begründete die Ablehnung damit, dass die Kreuzung nach dem Umbau besser einzusehen sei als zuvor.

Das bestreitet auch Udo Ratsch nicht, der auf dem Weg zur und von der Arbeit die Stelle zweimal täglich passiert. "Eigentlich ist es eine übersichtliche Kreuzung", stellt der Bräunsdorfer fest. Trotzdem spricht sich Ratsch für Stoppschilder aus. "Da die Schilder einmal da waren, sollte man sie auch dort lassen." Wer anhalten müsse, achte genauer auf den Verkehr. Ratsch nimmt an, dass die Unfallzahlen höher sind als von der Polizei angegeben, da nicht alle Vorfälle gemeldet würden.

Noch vor einigen Jahren galt die Maltzteich-Kreuzung als Unfallschwerpunkt. Schwere Zusammenstöße gab es nach Angaben der Polizei vor allem 2008 und 2009. Inzwischen wird der Knoten aber nicht mehr als Unfallschwerpunkt geführt. Deshalb sieht die Stadtverwaltung nach wie vor keinen Grund, Stoppschilder aufzustellen. Wegen der guten Übersichtlichkeit reichten die "Vorfahrt gewähren"-Zeichen aus, erklärt das Ordnungsamt.

Frank Schumann von der Verkehrswacht Limbach-Oberfrohna kann diese Argumentation nachvollziehen. "Auch mit Stoppschildern kann es passieren, dass nicht auf die Vorfahrt geachtet wird", sagt er. Aus seiner Sicht sei die Kreuzung nicht gefährlich. Für den Bau einer Ampel reiche das Verkehrsaufkommen aus seiner Sicht ohnehin nicht, sagt Schumann. Einen von Bräunsdorfern geforderten Kreisverkehr hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr unter anderem mit Verweis auf den großen Flächenbedarf abgelehnt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...