Gibt es unbesiedelte Regionen in Meck-Pomm?

Ich habe jetzt in Mecklenburg-Vorpommern gehört, dass einige Landkreise dort so dünn besiedelt sind (um die 40 Einwohner pro Quadratkilometer), dass sie laut Uno-Statistik als "nichtbesiedelt" gelten. Trotz intensiver Suche im Internet finde ich aber keine entsprechende Uno-Statistik oder eine Definition für "nichtbesiedelt". Kannst Du helfen? (Diese Frage hat Klaus Zwingenberger aus Lichtenstein gestellt.)

Ich kann nicht so richtig nachvollziehen, was und welche Statistik der Vereinten Nationen gemeint sein soll. Aber ein Blick in die entsprechenden aktuellen deutschen Statistiken zeigt, dass es in Mecklenburg-Vorpommern Landkreise gibt, die der genannten Zahl nahekommen.

Aber nähern wir uns diesen Zahlen mal von oben. Neben den beiden kreisfreien Städten Rostock und der Landeshauptstadt Schwerin ist das nördlichste ostdeutsche Bundesland in sechs Landkreise untergliedert. Rostock hat in Meck-Pomm bei 208.000 Einwohnern die höchste Bevölkerungsdichte mit 1150 Einwohnern je Quadratkilometer. In der Landeshauptstadt Schwerin sind es 734 bei einer Gesamteinwohnerschaft von rund 96.000.

Der am dichtesten besiedelte Landkreis mit 74 Menschen auf den Quadratkilometer ist Nordwestmecklenburg mit der Hauptstadt Wismar, dicht gefolgt von Vorpommern-Rügen (Stralsund) mit der Kennzahl 70. Dann kommt der Landkreis Rostock mit der Hauptstadt Güstrow, wo in besagtem Geviert durchschnittlich 63 Menschen leben, in Vorpommern-Greifswald (Greifswald) sind es 60, im Kreis Mecklenburgische Seenplatte - mit 5470 Quadratkilometern größter Landkreis Deutschlands, doppelt so groß wie das Saarland und mehr als ein Viertel so groß wie Sachsen - sind es 48 und im Kreis Ludwigslust-Parchim immerhin noch 45. Hier also Fehlanzeige.

Es gibt dann in Deutschland noch den verwaltungsrechtlichen Begriff des gemeindefreien Gebietes, das also zu keiner politischen Gemeinde gehört, nur im Ausnahmefall (minimal) besiedelt ist und in der Regel im Landeseigentum steht. Aber derlei wiederum gibt es in den ehemaligen neuen Bundesländern gar nicht, sondern nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland.

Ich frage mich aber überdies auch, warum sich die Vereinten Nationen mit in ihrem Maßstab so mikroregionaler Statistik beschäftigen sollten. Und, ob sie es tun. (tk)

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