Warum fehlen auf Euromünzen von vor 2007 Teile Europas?

Warum fehlt auf allen Euro- und Eurocentmünzen mit dem Abbild Europas, die bis einschließlich 2006 geprägt wurden, der südwestliche Teil Norwegens? (Diese Frage hat Andreas Rieger aus Oberlungwitz gestellt.)

Die ersten Euromünzen wurden bereits 1999 geprägt, also drei Jahre vor der offiziellen Einführung am 1. Januar 2002. Zwölf Staaten der Europäischen Union waren von Anfang an dabei: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Dänemark, Großbritannien und Schweden führten den Euro damals nicht ein und haben ihn bis heute nicht eingeführt.

Auf den ersten Prägungen bestand die Europakarte auf der Zahlenseite der 1- und 2-Eurostücke sowie der 50-, 20- und 10-Centstücke nur aus diesen 15 EU-Ländern. Denn die EU bestand damals nur aus diesen Ländern. Deshalb fehlte auch Norwegen, das bis heute kein EU-Mitglied ist - und zwar gänzlich, nicht nur dessen südwestlicher Teil. Dieser Eindruck entsteht, weil Norwegen nach Norden hin sehr schmal und die Karte auf den Münzen sehr klein ist. Und wer gute Augen hat, erkennt ein Loch ebenfalls an der Stelle, wo sich die Schweiz befindet, die ebenfalls nicht EU-Mitglied ist. Daneben fehlten Osteuropa und der Balkan. Deshalb wirkte Griechenland, als wäre es eine Insel.

2004 wurden zehn weitere Länder in die EU aufgenommen: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Weil darunter acht osteuropäische Staaten waren, spricht man auch von der EU-Osterweiterung. Die Karte auf den Euromünzen musste deshalb angepasst werden. Weil es aber weitere Beitrittskandidaten gab, hätte nach deren Beitritt die Karte wieder verändert werden müssen. Deshalb entschied man sich, nunmehr Europa vollständig abzubilden - also auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen und die Schweiz, aber auch Teile von Russland.

Seit 2007 werden die Münzen mit dieser Karte geprägt. In der Übergangsphase gab es dabei einige Fehlprägungen. So ist zum Beispiel bereits 2006 in Finnland eine Serie von 2-Euro-Münzen mit der neuen, vollständigen Karte geprägt worden. Diese Prägung ist bei Sammlern inzwischen recht beliebt und bringt im Münzhandel bis zu 100 Euro ein. (kaip)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...