Warum "knöpft" man etwas ab?

Woher kommt die Redewendung, "jemandem etwas abknöpfen"? (Diese Frage hat Gerd Scheffler aus Chemnitz gestellt.)

Knöpfen wir jemandem etwas ab, so nehmen wir ihm etwas weg - meist auf nicht ganz lauterem Wege -, wir wenden eine List oder viel Überredung dabei an.

Sprachliche Basis der Wendung ist der Knopf, der schon immer wichtig für die Bekleidung war. In alten Zeiten aber war er bei weitem keine Massenware, sondern wurde meist mühsam hergestellt. Und wer reich war, zeigte das auch an seinen Knöpfen, bestanden diese dann doch aus Edelmetallen. Knöpfe konnten also einen beträchtlichen Wert haben, waren zum Teil wertvoller als das Kleidungsstück selbst. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Diebe oder Wegelagerer besonders gern der Knöpfe bedienten, sie abschnitten, also abknöpften.

Wie wertvoll Knöpfe waren, zeigt auch der alte Brauch, dass Fürsten früher ihren ergebensten Dienern die Knöpfe ihrer Kleidung schenkten. Knöpfe waren damals durchaus eine Art Zweitwährung. Apropos Währung: Das Sprachbild des Abknöpfens ist sicher auch so populär geblieben, weil es sich bei dem, was da abgeknöpft wurde, oft um Geld gehandelt hat. Und speziell Münzen haben ja nun mal große Ähnlichkeit mit - na, was? -, richtig: mit Knöpfen. (rge)

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