Welches Insekt packt solche Brutpäckchen?

Können Sie mir verraten, welches Insekt die abgebildeten "Brutpäckchen" herstellt? Ich fand sie zufällig in vermodertem Birkenholz, das äußerlich keine Bohrlöcher oder ähnliches zeigte. Die Päckchen bestehen aus aufgewickelten Blättern, die oben mit runden Deckeln verschlossen sind. Darin befindet sich eine Made. (Diese Frage hat Jürgen Wahle aus Hainichen gestellt.)

Die abgebildeten Brutpäckchen - in der Fachsprache heißen sie "Brutzellen" - stammen, wie Claus Zebitz von der Universität Hohenheim erklärt, von Blattschneiderbienen (auch Tapezierbienen genannt) der Gattung Megachile. "Sie schneiden", so der Entomologe (Insektenkundler), "aus Blättern erst ein mehr oder weniger ovales größeres Stück heraus und rollen es dann zusammen". Anschließend werden diese Röllchen mit Pollen gefüllt, um darauf, gewissermaßen als "Krönung", ein Ei abzulegen. "Am Ende wird das Ganze mit einem kreisrunden Blattstück verschlossen", erläutert Zebitz. Wenn später die Larven schlüpfen, fressen sie sich an dem Pollenteppich satt und bilden einen Kokon, in dem sie den Winter verbringen, bis es im Frühjahr Zeit fürs Schlüpfen wird.

Als Orte für ihre Brutzellen bevorzugen Blattschneiderbienen hohle Pflanzenstängel, Bohrlöcher in Baumstämmen oder Wänden, oder auch andere Hohlräume wie etwa die Führungsrohre im Schließmechanismus der Fenster- und Türrahmen. Angst müsse man vor den Tieren jedoch nicht haben, beruhigt Zebitz, sie seien absolut friedfertig. Und es bestehe auch kein Grund zur Sorge um die von der Biene angeschnittenen - die Tiere machen das mit ihren Kieferwerkzeugen - Blätter. "Die paar beschädigten Blätter kann jede Rose gut tolerieren", so der Entomologe. (jzl)


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