Wie groß ist der Gewichtsverlust?

Bekanntlich atmet der Mensch einen Teil des eingeatmeten Sauerstoffs als Kohlendioxid wieder aus. Damit verliert der Körper mit zwei eingeatmeten Sauerstoffatomen zusätzlich ein Kohlenstoffatom. Wie groß ist dieser Gewichtsverlust? (Die Frage stellte Peter Epperlein aus Hohndorf.)

Obwohl diese Frage eigentlich naheliegt und auch im Zusammenhang mit Diäten thematisiert werden müsste, haben erst im Jahr 2014 zwei australische Forscher, Ruben Meerman und Andrew Brown, eine Studie dazu angefertigt. Sie wurde im hoch angesehenen "British Medical Journal" veröffentlicht.

Als Berechnungsgrundlage haben sie einen durchschnittlichen Menschen von 70 Kilogramm herangezogen. Dieser drückt pro Atemzug etwa 33 Milligramm Kohlendioxid aus dem Körper, knapp neun Milligramm davon sind Kohlenstoff. Das macht 200 Gramm Kohlenstoff pro Tag. Weswegen die Forscher zu der durchaus ernst gemeinten Empfehlung kommen: "Um das Körpergewicht niedrig zu halten, muss man bloß weniger beim Essen zuführen als man ausatmet."

Und das gelingt umso besser, wenn man sich viel bewegt. Denn dabei steigt durch die Mobilisation des Stoffwechsels auch die Menge des abgegebenen Kohlendioxids. Jogging beispielsweise steigert die Stoffwechselrate um das Siebenfache, eine Stunde entfernt zusätzliche 40 Gramm Kohlenstoff. Die Gesamttagesmenge steigt dann also auf 240 Milligramm.

Was trotzdem nicht viel ist und erklärbar macht, warum Abspecken so schwer ist. Denn um zehn Kilogramm abzunehmen, muss der Körper zehn Kilogramm Fett abstoßen. 1,6 davon gehen als Wasser raus, 8,4 als Kohlenstoff. Aber das Entscheidende ist, dass man dazu sehr viel Sauerstoff aufnehmen muss, denn Kohlendioxid entsteht ja durch Verbrennung, also durch Oxidation. Konkret heißt das: Um 10 Kilogramm Fett zu eliminieren, müssen wir fast das Dreifache an Sauerstoff zuführen, nämlich 28 Kilogramm. Dabei kann man ganz schön aus der Puste kommen. (jzl)

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