Wie ist das mit der Tüv-Plakette bei längerem Aufenthalt im Ausland?

Im Ausland (zum Beispiel auf Mallorca) sehe ich immer wieder Autos mit deutschen Kennzeichen, deren Halter dort auch wohnen. Wie ist dies eigentlich mit dem Tüv, wenn der abläuft? Wird der Halter aus Deutschland angeschrieben bzw. ist die Polizei im entsprechenden Land berechtigt, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er zum Tüv muss? (Diese Frage hat Sven Schlolaut aus Chemnitz gestellt.)

Bei längeren Auslandsaufenthalten kann es vorkommen, dass in der Zwischenzeit die Tüv-Prüfplakette abgelaufen ist. Kehrt der Fahrzeughalter dann wieder nach Deutschland zurück, kann durchaus eine Anzeige wegen nicht mehr gültiger Prüfplakette erfolgen. Das teilt der ADAC auf Anfrage mit. Statt eines Verwarnungs- oder Bußgeldes kann aber eine gebührenfreie Mängelanzeige erfolgen, wenn der Halter nachweist, dass die Hauptuntersuchung (HU) bei der Ausreise aus Deutschland noch nicht fällig war und das Fahrzeug danach ständig im Ausland gewesen ist.

Das Fahrzeug muss dann nach seiner Rückkehr nach Deutschland unverzüglich zur HU vorgeführt werden, auch ohne Anzeige. Das ist die Verpflichtung jedes Fahrzeughalters. Ausländische Behörden können wegen Ablaufs der deutschen Prüfplakette jedenfalls keine Geldbuße im Auftrag deutscher Behörden verhängen.

Allerdings hat natürlich jedes Land seine eigenen Vorschriften und Regelungen, was die technische Verkehrstüchtigkeit von Fahrzeugen angeht. Beispiel Mallorca/Spanien: Werden Fahrzeuge mit deutscher Zulassung auf der Insel für längere Zeit genutzt, brauchen sie entweder den gültigen deutschen Tüv oder die spanische Variante ITV. Das ist die Abkürzung für Inspección Técnica de Vehículos: technische Fahrzeuginspektion. In Spanien ist die erste ITV vier Jahre nach Zulassung des Neuwagens fällig, dann alle zwei Jahre, bis das Auto zehn Jahre alt ist. Danach muss es jedes Jahr zur technischen Kontrolle.

Wird ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug auf Mallorca festgestellt, das weder Tüv noch ITV absolviert hat, drohen Geldstrafen von mindestens 300 Euro oder sogar die Stilllegung des Fahrzeuges. Einen Zwang zum Ummelden deutscher Fahrzeuge auf Mallorca gab es bis 2010. Wer sein deutsches Auto länger als sechs Monate auf der Insel führte, musste spanische Kennzeichen beantragen und auch die ITVabsolvieren. Seit 2010 kann man das umgehen, wenn einmalig die spanische Zulassungssteuer entrichtet wird. Die Höhe der Steuer ist abhängig vom Zeitwert und dem Schadstoffausstoß des Fahrzeuges. (kaip)

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