Wo befinden sich in Corona-Zeiten die Kreuzfahrtschiffe?

Was passiert mit den Hochseepassagierschiffen in Corona-Zeiten? Zum Beispiel die Schiffe der Aida-Flotte. Befinden die sich gesammelt in einem Heimathafen auf Reede oder ist jedes Schiff da, wo es gerade gestrandet ist? Was ist mit der Crew der Schiffe? Sicher sind viele in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Aber die Schiffe benötigen bestimmt auch eine Not-Crew, die sich um die nötigsten Arbeiten auf dem Schiff kümmert. Wie viele Menschen halten in so einer Situation das Schiff am Laufen, und welche Arbeiten müssen trotzdem dauerhaft gemacht werden? (Diese Fragen hat Christine Fischer aus Freiberg gestellt.)

Onkel Max hat die Fragen an ein Kommunikationsunternehmen weitergeleitet, die die Öffentlichkeitsarbeit für die Clia erledigt. Clia ist das Kürzel für Cruise Lines International Association, der internationale Verband der Kreuzfahrtreedereien. Von dort fiel die Antwort nach Verbleib der Schiffe recht allgemein aus: "Die meisten Schiffe liegen inzwischen im Hafen oder auf sicheren Ankerplätzen. Einige wenige befinden sich noch auf dem Weg, um Mitarbeiter in ihre jeweiligen Heimatländer zurück zu bringen", lässt Helge Grammerstorf mitteilen, National Director von Clia Deutschland.

Wer freilich mehr wissen will, vielleicht über ein Schiff, auf dem er selbst schon gefahren ist, für den hat Onkel Max einen heißen Tipp. Die kostenlose App "Marine Tracker", die auf jedem zeitgemäß ausgestatteten Smartphone und Tablet läuft, ist praktisch eine interaktive Weltkarte, auf der alle per GPS-Signal ortbaren Schiffe mit ihrer Position in Echtzeit eingezeichnet sind. Damit hat Onkel Max zum Beispiel nach Aida-Schiffen gesucht und festgestellt, dass am 17. Mai die Aidablu und die Aidaperla direkt hintereinander im Hamburger Kaiser-Wilhelm-Hafen vor Anker lagen - die eine seit dem 4., die andere seit dem 14. Mai. Die Aidaaura war von dort aus am vergangenen Wochenende Richtung Visby (Schweden) aufgebrochen.

Zu jedem Schiff, gleich ob Passagierschiff (hellgrün markiert), Frachtschiff (gelb), Tanker (orange), Fischereischiff (hellblau), Rettungs- und Militärschiff (rot), Hochgeschwindigkeitsschlepper (dunkelgrün) oder Segelschiff (pink), bietet die auf Basis von GPS-Koordinaten arbeitende App umfangreiche Informationen, darunter Fotos, technische Daten und Tourenhistorie. So viel dazu.

Zur Frage, welche Arbeit so ein Schiff macht, wenn sich gerade keine Passagiere darauf befinden, teilt Grammerstorf mit: "Behördliche Auflagen und der hohe Sicherheitsstandard der Schiffe erfordern, dass sich weiterhin in einem gewissen Umfang Besatzungen an Bord befinden, um den sicheren Betrieb und die Einsatzbereitschaft der Schiffe ununterbrochen zu gewährleisten. Darüber hinaus müssen die technisch aufwendigen Hotel-, Gastronomie- und Entertainmentbereiche gewartet, beaufsichtigt und regelmäßig überprüft werden. Benötigt wird dafür eine reduzierte Notbesatzung von nur wenigen hundert Crewmitgliedern pro Schiff." Zur Relation: Die Aidablu hat unter Vollbetrieb rund 600, die Aidaperla rund 900 Mann Besatzung.

Nahe liegt natürlich auch der Gedanke, dass auf vielen Kreuzfahrtschiffen zurzeit Umbauten im Gange sind, um aktuell erforderlich gewordenen Standards in Sachen Hygiene gerecht zu werden. Dazu befragt, hält sich die Frankfurter Kommunikationsagentur allerdings bedeckt. (tk)


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