Woher kommt der Begriff "Eiertanz"?

(Diese Frage hat Friedhelm Grün aus Zwickau gestellt.)

In der heutigen Umgangssprache steht der Eiertanz - durchaus etwas abwertend - für eine sehr vorsichtige, komplizierte und auch umständliche Vorgehensweise in einer bestimmten Angelegenheit. "Herumeiern" bedeutet dasselbe. Inzwischen ist der Begriff sogar in den englischen Sprachgebrauch eingeflossen. Anlass war die zögerliche Haltung Deutschlands in der Eurokrise 2011, die ein englischsprachiges Nachrichtenportal als "German Eiertanz" apostrophierte. Literarisch gibt es für die Sache an sich eine Fundstelle - und zwar bei Johann Wolfgang von Goethe. In Kapitel 27 seines Romas "Wilhelm Meisters Lehrjahre" (1795) beschreibt er, wie die Figur Mignon mit verbundenen Augen behände und hochakrobatisch zwischen auf dem Fußboden ausgelegten rohen Eiern tanzt. Den verkürzenden Begriff "Eiertanz" verwendet Goethe dafür selbst allerdings nicht. (tk)

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