Woher kommt der Name "Donauwelle" für den Kuchen?

(Diese Frage hat Waltraut Grimmer aus Freiberg gestellt.)

Die Donauwelle ist ein Kuchen, der in aller Regel aus hellem und dunklem Teig, Sauerkirschen, Buttercreme und Kakao besteht. Donauwelle und nicht etwa Elbe- oder Rheinwelle heiße er aufgrund der geografischen Lage und Besonderheit eines der größten Flüsse Deutschlands, erklärt Susan Hasse, Pressereferentin beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. Sie verweist auf den Umstand, dass die Donau ihren Ursprung im Schwarzwald hat und sich über lange Wege ins Schwarze Meer ergibt. "Dieses Schwarze Meer hat seinen Namen von der leichten Braun-/Grauverfärbung der Sedimente, die die Zuflüsse - und am meisten die Donau - in das Schwarze Meer schwämmen", so Hasse.

Also könnte der braune, geschwungene Teig im Kuchen die braungefärbte Donau spiegeln. Ganz zwingend ist diese Antwort zwar nicht, da die Donau ja bei Weitem nicht der einzige Fluss mit Braunfärbung ist. Aber die Donau ist eben auch einer der bedeutendsten und bekanntesten Flüsse - und somit als Namensgeber durchaus plausibel. Möglicherweise habe auch ein Wiener Bäcker - die Donau ist in Wien fast allgegenwärtig - den Kuchen erfunden, nachweisen lasse sich dies aber nicht, so Hasse. Wie auch immer: Die Donauwelle gehöre zu den beliebtesten Kuchenspezialitäten der Deutschen.

André Bernatzky, Schulleiter der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen in Dresden, kommt auf keinen nachweisbaren Ursprung für den Namen. Er erinnert aber an den optisch ähnlichen Schneewittchenkuchen, den es in der ehemaligen DDR gab, und der sich quasi nicht von der Donauwelle unterscheide. Dabei ist Schneewittchen als Name tatsächlich gut nachvollziehbar: Die farbliche Zusammensetzung des Kuchens mit heller Rührmasse (ihre Haut weiß wie Schnee), roten Kirschen (Lippen rot wie Blut) und dunkler Masse und Schokoladenüberzug (Haar schwarz wie Ebenholz) passt zum Schneewittchen wie die gute Fee ins Märchen. (kl)

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