Woher kommt die Redensart "Etwas in den Wind schlagen"?

Welchen Ursprung hat der Ausspruch: man hat es "in den Wind geschlagen"? (Diese Frage hat Jürgen Mauersberger aus Großolbersdorf/Hohndorf gestellt.)

Schlägt man etwas in den Wind, so schätzt und beachtet man es nicht. Man weist es von sich und schlägt es ab. Die dazu gehörende Gebärde wird also in dieser Wendung ausgedrückt. Wie bei vielen sprachlichen Bildern ist das aber nur eine Erklärung.

Eine andere Theorie greift auf einen alten Rechtsbrauch zurück, der im Sachsenspiegel aufgezeichnet ist. Der Sachsenspiegel wurde zwischen 1220 und 1235 verfasst und gilt als das bedeutendste sowie, gemeinsam mit dem Mühlhäuser Reichsrechtsbuch, älteste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters. Es behandelt unter anderem Verfahrensregeln in Grundstücksangelegenheiten, Erbschaftssachen, Ehestand, Güterverteilung und Nachbarschaftsangelegenheiten, zudem Strafrecht und Gerichtsverfassung. In ihm ist festgehalten, dass, wenn der Beklagte bei einem Zweikampf nicht erschien, der Kläger dreimal in den Wind schlagen sollte und dann den Kampf für sich entschieden hatte. Die Redensart ist seit dem 15. Jahrhundert geläufig. (rg)

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