Denn die Zwickauer wissen, wie es geht

Die Westsachsen empfangen den SV Meppen im letzten Spiel vor der Winterpause. Gegen die Mannschaft der Stunde in der Dritten Liga soll die Kehrtwende gelingen.

Zwickau.

Steht das letzte Punktspiel vor dem Weihnachtsfest an, dann ist im Vorfeld oft zu lesen oder zu hören, dass bei einer Niederlage "der Baum brennt". Oder dass am besten "drei Punkte auf dem Gabentisch liegen sollen". Oder dass der Gegner gern ein "paar Geschenke verteilen" darf. All diese wohlbekannten Floskeln waren am Donnerstag in Zwickau nicht zu hören. Bei der Vorausschau auf die Partie der Westsachen gegen den SV Meppen (Anstoß: Sonnabend, 14 Uhr) herrschte vielmehr Sachlichkeit. "Nach den letzten Ergebnissen, die nicht so positiv waren, wollen wir da rauskommen, den Turnaround schaffen", blickt FSV-Cheftrainer Joe Enochs auf das erste Spiel der Rückrunde voraus. Und wie der US-Amerikaner die Kehrtwende bewerkstelligen möchte, verriet er auch: "Hinten konsequent alles verteidigen und vorn eklig sein."

Das Match zwischen dem Tabellen-14. (23 Punkte) und dem Tabellensechsten (30) der Dritten Fußball-Liga ist zugleich auch die letzte Partie vor der Winterpause. Und nach den "nicht so positiven Ergebnissen -" in den letzten sieben Spielen gelang den Muldestädtern nur ein Sieg - wäre es tatsächlich an der Zeit, den schleichenden Abwärtstrend zu stoppen. Dieser gipfelte zuletzt in einer bitteren, aber nicht unverdienten 0:1-Heimniederlage gegen den SV Waldhof Mannheim. "Es wäre extrem wichtig, sich vor der Pause ein gutes Gefühl zu holen", weiß Sportdirektor Toni Wachsmuth.

Mit der aktuellen Punktausbeute können die Zwickauer, die gut in die Saison gestartet waren, dann jedoch schwächelten, in der Tat nicht zufrieden sein - und sind es auch nicht. "Klar sind 23 Punkte für unseren Anspruch zu wenig. Denn wir haben durchaus gezeigt, dass wir das Potenzial für ein paar mehr Punkte haben. Nur können wir das jetzt nicht mehr ändern", meint Wachsmuth. Was die Enochs-Truppe, die beim ungünstigsten Verlauf des Spieltages sogar bis auf einen Abstiegsplatz zurückfallen könnte, gegen den SV Meppen ändern kann, sagt er aber auch: "Wichtig wird sein, dass wir über 90 Minuten unseren Heimspielcharakter an den Tag legen - und nicht nur über 30, 45 oder 60 Minuten. Wenn wir das schaffen, sehe ich eine gute Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen und wieder für eine positive Grundstimmung zu sorgen."

Schwer genug wird das, weil der SV Meppen so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Dritten Liga ist. Zuletzt gewann das Team 2:1 beim Aufstiegsanwärter Eintracht Braunschweig, holte damit elf Punkte aus fünf Spielen. Dass dafür die Offensive die Hauptverantwortung trägt, liegt bei einem Blick auf die Tabelle auf der Hand. Die erzielten 38 Tore sind der zweitbeste Wert hinter Spitzenreiter Duisburg (40). Dass die Meppener allerdings auch 27 Gegentore kassierten, könnte eine Motivationsspritze für den FSV sein.

Wie das Toreschießen gegen die Emsländer funktioniert, wissen die Gastgeber. Im Hinspiel besiegten sie den Gegner durch Tore von Gerrit Wegkamp und dem eingewechselten Ronny König mit 2:0. Dessen Rezept für den Sonnabend lautet wie folgt: "Wenn wir sie weit weg vom eigenen Tor halten, ist uns schon viel geholfen. Und wir müssen versuchen, Nadelstiche in ihrem Strafraum zu setzen, damit sie unsicher und wir sicherer in den eigenen Aktionen werden", blickte König voraus. Dessen Nebenmann dürfte diesmal wieder Elias Huth heißen. Der Angreifer ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre aus dem Derby gegen den Chemnitzer FC wieder spielberechtigt. Mit von der Partie sollte auch Julius Reinhardt sein, der sich nach einer Erkältung laut Enochs auf dem Weg der Besserung befindet und am Donnerstag wieder mittrainierte. Eher unwahrscheinlich erscheint der Einsatz von Leon Jensen. Nach seiner Gehirnerschütterung aus der Partie gegen Mannheim war er bis Mittwoch noch krankgeschrieben.

Voraussichtliche FSV-Aufstellung: Brinkies - Godinho, Handke, Frick, Lange - Schröter, Reinhardt, Viteritti (Hehne), Miatke - Huth, König.

Service In Vorbereitungauf die Rückrunde kommt am9. Januar 2020 Zweitligist Dynamo Dresdenzu einem Testspiel nach Zwickau (Anstoß: 18.30 Uhr). 2020 feiert der FSV sein 30-jähriges Vereinsjubiläum.

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