Die Zwickauer wollen die Roten Teufel ärgern

Den FSV erwartet am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern die wohl eindrucksvollste Kulisse der Dritten Liga. Routinier Julius Reinhardt kennt den Betzenberg. Seine Bilanz beim FCK ist allerdings nicht so gut.

Zwickau.

Egal, von wo aus man sich dieser Stadt nähert, über ihr thront dieser Fußballtempel und zieht den Blick auf sich. Kaiserslautern ist ohne den FCK und das Fritz-Walter-Stadion auf dem legendären Betzenberg nicht vorstellbar. Die Roten Teufel stehen für große Erfolge: von den Zeiten des Ausnahmefußballers Fritz Walters bis hin zum Meistertitel als Aufsteiger unter Otto Rehhagel. Aktuell befindet sich der 1. FC Kaiserslautern als Zehnter im tabellarischen Nirgendwo der Dritten Liga - und nur drei Punkte vor dem FSV Zwickau, der Rang 14 einnimmt. Mit einem Sieg könnten die Westsachsen am Sonntag mit dem Traditionsverein aus der Pfalz gleichziehen.

Für FSV-Profi Lion Lauberbach geht mit der Auswärtspartie ein Wunsch in Erfüllung: "Ich freue mich riesig, mal auf dem Betzenberg vor der größten Zuschauerkulisse der Dritten Liga zu spielen. Es wird schon ein emotionales Erlebnis für uns alle, in diesem Hexenkessel aufzulaufen." Lauberbach hat sich in den letzten Wochen in die Zwickauer Startelf gespielt, überzeugt mit seiner Dynamik und Schnelligkeit, was noch fehlt, sind die Tore, an denen Stürmer oft gemessen werden. "Ich arbeite daran und würde mich freuen, wenn es ausgerechnet in Kaiserslautern klappt", betont der 21-Jährige.

Einer mit Betzenberg-Erfahrung ist Julius Reinhardt. Der Mittelfeldspieler lief in der 2. Bundesliga zweimal mit dem 1. FC Heidenheim in Kaiserslautern auf und musste zwei Niederlagen einstecken. Der 30-Jährige weiß genau, was seine Mannschaft am Sonntag ab 13 Uhr erwartet. "Wir müssen in diesem Höllenfeuer cool bleiben. Für solche Spiele bin ich Fußballer geworden. Diese tausendfachen Pfiffe setzen zusätzliche Energie frei, die wir nutzen müssen. Wir werden alles raushauen und wollen die Roten Teufel ärgern", so Reinhardt, der sich beim FSV zum Leistungsträger entwickelt hat und im Zusammenwirken mit Davy Frick für die Balance im zentralen Mittelfeld sorgt.

Die Zwickauer wollen in Kaiserslautern viel investieren und es hinbekommen, das Kämpferische mit dem Spielerischen zu verbinden. "Wichtig ist, dass wir gut ins Spiel kommen und die Vorgaben umsetzen. Wir müssen kompakt stehen, den Gegner im Tempo anlaufen und selbst zu eigenen Abschlüssen kommen", sagt Reinhardt, auf den im Sommer noch mehr Verantwortung zukommen könnte, wenn es nach dem Willen von Toni Wachsmuth geht. Der aktuelle Kapitän und angehende Sportdirektor schätzt an Reinhardt "seine sehr gute Mentalität auf dem Feld, und er ist auch eine Persönlichkeit außerhalb des Platzes. Er tut der Mannschaft gut." Wachsmuth macht sich keine Gedanken um seine Nachfolgeregelung auf dem Platz: "Es gibt schon im aktuellen Kader Spieler, die diese Verantwortung übernehmen können. Julius ist einer davon." Für Reinhardt ist das alles noch Zukunftsmusik: "Für uns zählt nur das Jetzt. Wir müssen alle Kräfte bündeln, um unsere Ziele zu erreichen. Wir denken von Spiel zu Spiel, und da steht erstmal die schwere Aufgabe in Kaiserslautern an. Wenn wir an die beiden guten Auftritte gegen Karlsruhe und Jena anknüpfen, sind wir nicht chancenlos." Mindestens 1000 Fans werden den FSV Zwickau zum Betzenberg begleiten. Beim Hinspiel im "Schwanennest" gab es ein 1:1.

Beide Vereine trafen in der Saison 1996/97 schon einmal in der 2. Bundesliga aufeinander. Beim Auswärtsspiel auf dem damals mit 36.200 Zuschauern ausverkauften Betzenberg musste der FSV ein 1:4 hinnehmen. Zwickauer Torschütze war Jörg Kirsten. Bei Kaiserslautern spielten damals unter anderen Weltmeister Andy Brehme, Olaf Marschall sowie die tschechischen Nationalspieler Miroslav Kadlec und Pavel Kuka. Das Rückspiel im Westsachsenstadion vor 11.000 Zuschauern gewannen die Zwickauer mit 2:1. Die 0:1-Führung der Gäste durch Olaf Marschall drehten damals Jan Seifert per Kopfball und Carsten Klee. Kaiserslautern stieg mit Rehhagel trotzdem in die Bundesliga auf und wurde ein Jahr später Deutscher Meister. 22 Jahre später begegnen sich die Mannschaften des FCK und des FSV auf Augenhöhe.

Voraussichtliche Aufstellung FSV: Brinkies - Antonitsch, Wachsmuth, Gaul - Schröter, Reinhardt, Frick, Miatke (Kartalis) - Hoffmann (Könnecke) - König, Lauberbach.

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