FSV: Mitgliederversammlung erst im neuen Jahr

3. Fußball-Liga: Über die Ausgliederung des Profikaders laufen letzte Gespräche mit der aktiven Fanszene - Modell Hansa Rostock als Vorbild

Zwickau.

Fußball-Drittligist FSV Zwickau liegt trotz der zuletzt zwei Niederlagen mit 19 Zählern (Platz 14) sportlich im Soll. Am Sonnabend (13 Uhr) ruft zunächst die Pflicht im Sachsenpokal bei Fünftligist FCO Neugersdorf. Thomas Prenzel befragte FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege über Erreichtes und wichtige Vorhaben in naher Zukunft.

Freie Presse: Gibt es schon einen Termin für die Mitgliederversammlung?

Tobias Leege: Einen genauen noch nicht. Wir hatten zwar kommuniziert, dass wir die Versammlung im Dezember abhalten wollen. Aber aufgrund der Satzungsänderung, die geplant ist, muss es einen sechswöchigen Vorlauf bei der Einladung der Mitglieder geben. Das ist nun nicht mehr zu schaffen. Deshalb wird es wohl der Januar werden.

Betrifft die Satzungsänderung die avisierte Ausgliederung der Profimannschaft in eine GmbH?

Ja. Darum geht es. Es wird auch noch diskutiert, ob wir die ohnehin vom DFB vorgeschriebene 50+1-Regel in die Vereinssatzung aufnehmen. Das würde bedeuten, dass sich der FSV an dieses 51-prozentige Mitspracherecht der Mitglieder halten müsste, auch wenn der Verband diese Regel irgendwann mal abschaffen sollte.

Hat der Verein ansonsten bezüglich der Ausgliederung seine Hausaufgaben erledigt?

Die letzten Gespräche stehen noch an. Bis Ende November treffen wir uns erneut mit der aktiven Fanszene, danach gehen die gemeinsam erarbeiteten Punkte zu Baker Tilly (ein Beratungsunternehmen mit Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten, Steuerberatern/Anm. d. Red.), um die finalen Vorlagen für die Ausgliederung zu erstellen.

Die genannte Firma hat bereits bei Hansa Rostock mitgewirkt. Setzt der FSV genau auf dieses Modell von Hansa?

Nicht ganz. Bei Hansa besteht eine GmbH & Co. KG auf Aktien. Wir favorisieren eine reine GmbH.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausgliederung hatten Sie zu Saisonbeginn von Investoren und Kooperationspartnern, die beim FSV einsteigen wollen, gesprochen. Wie sieht es damit aus?

In der Tat hatten wir Kandidaten dafür. Allerdings fanden bisher nur Gespräche mit deren Beratern statt. Leider hat sich ein Investor für andere Projekte in der ersten belgischen Liga und in der Premier League entschieden.

Der DFB hat in jüngster Vergangenheit regelmäßig Nachweise von Sponsorenverträgen bezüglich der Angaben im Lizenzierungsverfahren gefordert. Ist dieses Mal erneut ein finanzieller Kraftakt zu erwarten?

Wir sind gerade im Austausch mit dem DFB, der uns wie üblich Fragen zu Einnahmen und Ausgaben gestellt hat und die wir nun beantworten. Im Moment konnte ich noch nicht heraushören aus den Gesprächen, ob es erneut ein Kraftakt wird. Das müssen wir abwarten.

Sind die rund 120.000 Euro Einnahmen für den Gewinn des Sachsenpokals fest im Etat eingeplant?

Nein. Das geht nicht, weil dies vom sportlichen Erfolg, also vom Pokalgewinn, abhängig ist. Deshalb können wir keine Summe in den Lizenzierungsunterlagen angeben. Was aber nicht zu bestreiten ist: Die Teilnahme am DFB-Pokal ist unabhängig vom Geld fürs Image, für unsere Fans, eine wichtige Sache. Insofern wäre es schon schön, wenn wir den Sachsenpokal mal holen würden.

Wie ist die FSV-Führungsetage bisher mit der Saison zufrieden?

Da gibt es nichts zu meckern. Klar kann es immer besser laufen. Aber wir müssen auch realistisch bleiben. Vor den letzten zwei Niederlagen waren wir vier Punkte oben dran. Aber wenn du zweimal verlierst, bist du nur vier Punkte vom Abstieg weg. Wichtig war: Wir hatten bisher keine lange Durststrecke. Die Jungs sind kämpferisch und physisch gut drauf. Wenn wir schauen, wo wir uns mit den zur Verfügung stehenden Mitteln befinden, können wir durchaus etwas stolz sein.

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