FSV Zwickau geht beim Spitzenreiter unter

Der FSV verliert 0:3 (0:2) gegen den VfL Osnabrück. Der gesperrte Kapitän des Drittligisten fand nach der Partie deutliche Worte.

Osnabrück.

Schon wieder keine Punkte: Der FSV Zwickau bangt um den Klassenerhalt. Eine Woche nach dem 0:2 gegen Lotte gab es für die Rot-Weißen auch beim Spitzenreiter VfL Osnabrück nichts zu holen. Dabei versuchten die Gäste, die Heimelf zu überraschen. Joe Enochs hatte seine Mannschaft umgekrempelt, ließ mit einem 3-5-2-System beginnen. Für den gesperrten Toni Wachsmuth übernahm überraschenderweise Julius Reinhardt den Part des Abwehrchefs. Morris Schröter lief als zweite nominelle Sturmspitze neben Ersatz-Kapitän Ronny König auf.

Gefeiert wurde der Zwickauer Trainer von den gegnerischen Fans. Nicht, weil der FSV die drei Punkte den Niedersachsen überließ, sondern weil Enochs als Rekordspieler und ehemaliger Trainer einer der prägenden Figuren der jüngeren Osnabrücker Fußballhistorie ist. Die Rückkehr an die Bremer Brücke hatte sich der 47-Jährige trotzdem anders vorgestellt. Nur kurze Zeit hielten seine Schützlinge dagegen, danach wirkten sie überfordert und waren dem Osnabrücker Druck nicht mehr gewachsen.

Der VfL wirkte im Spielaufbau deutlich konsequenter und ideenreicher als die offensivschwachen Gäste. "Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten die Null lange halten. Die zwei Gegentore in der ersten Halbzeit waren unnötig. Nach einem 0:2 gegen Osnabrück zurückzukommen, ist unheimlich schwer", sagte Enochs.

Die erste Schrecksekunde gab es bei einem Zusammenstoß zwischen FSV-Torhüter Johannes Brinkies und Marc Heider (13.). Während der Osnabrücker Kapitän kurz darauf verletzt ausscheiden musste, ging es für den Keeper weiter - und das mit mit zwei Wahnsinnsparaden. Erst rettete "Pommes" gegen Luca Pfeiffer, dann holte er mit einer Fußabwehr den Nachschuss von Marcos Alvarez aus dem linken Eck (23.). Als Brinkies einen Knaller von Alvarez nur abprallen ließ, nutzte der Ex-Chemnitzer Maurice Trapp eine Schlafwageneinlage der Zwickauer Abwehr. Während bis auf Bryan Gaul alle Gästespieler tatenlos zusahen, netzte Trapp zum 1:0 ein.

"Da müssen wir schneller reagieren und nachsetzen", ärgerte sich Zwickaus Abwehrspieler Nico Antonitsch. Wer glaubte das 0:1 sei der Weckruf für den FSV, der wurde bitter enttäuscht. Die Gäste blieben die Antwort schuldig. Anders die Hausherren: Etienne Amenyido nahm den Ball mit der Sohle mit und vollendete durch die Beine von Brinkies zum 2:0. Nach der Pause machte Innenverteidiger Trapp im Stile eines Filigrantechnikers mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern den Deckel drauf (52.).

Antonitsch war nach dem Abpfiff klar, "dass wir schnell die Kurve bekommen und Erfolgserlebnisse liefern müssen. Sonst wird es sehr ungemütlich." Noch deutlichere Worte fand der zum Zuschauen gezwungene Kapitän. "Nach Osnabrück dürfte jeder begriffen haben, dass es so nicht geht. Wir können im Abstiegskampf nur bestehen, wenn jeder sich voll in die Mannschaft einbringt und am oberen Limit spielt", sagte Wachsmuth.

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