Und jetzt trifft auch noch Reddemann

Torchancen hatten auch die Stürmer, den Treffer zum 1:0-Sieg des Chemnitzer FC gegen Unterhaching machte aber ein Abwehrspieler. Und bekam dafür ein Sonderlob von seinem Trainer.

Chemnitz.

Irgendwas ist immer. "Wenn wir jetzt noch unsere Konter besser ausspielen, gewinnen wir dieses Spiel klar und deutlich", meinte Patrick Glöckner am Samstag kurz nach dem Schlusspfiff. "Das müssen wir in der kommenden Woche wohl ein bisschen mehr trainieren", schob der CFC-Trainer nach - mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Denn das, was er in den 90 Spielminuten zuvor von seinem Team zu sehen bekommen hatte, gefiel ihm außerordentlich: "Wenn das beim 3:4 in München Kinderfußball war, dann waren heute Männer auf dem Platz. Wir haben den Rhythmus bestimmt, seriös zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen."

Und so stand am Ende für die Himmelblauen vor knapp 4000 Zuschauern ein verdienter 1:0-Sieg zu Buche. Gegen einen Kontrahenten, der noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpft, der auch in Chemnitz mehr Spielanteile hatte, daraus aber kaum etwas machte. Souverän und sicher stand das Abwehrzentrum der Hausherren, alles was da in den Strafraum flog, wurde abgeräumt. Und das war nicht wenig: Bald 50 Flanken schickten die Randmünchner im Verlauf des Matches in den CFC-Sechzehner, neun Ecken standen am Ende für die Spielvereinigung in der Statistik. Aber eben kein Tor. Stroh-Engel (75.), und Dietz (81.) waren einigermaßen nah dran, drin war nix. Neben Kapitän Niklas Hoheneder war Sören Reddemann der zweite Turm in der Schlacht. Wie eigentlich schon die komplette Saison überzeugte der gebürtige Zwenkauer am Samstag mit einer starken Defensivleistung. Und auf der anderen Seite des Spielfelds belohnte er sich mit seinem ersten Tor im CFC-Trikot.

Und was für eins: Garcias Ecke verlängerte Reddemann selbst per Kopf auf Hosiner, der Österreicher köpfte ins Zentrum zurück. Dort war Reddemann zur Stelle und knallte den Ball mit links unter die Latte. "Das war großes Kino, so etwas sieht man ganz selten", lobte Patrick Glöckner der Torschützen, "in den meisten Fällen betrachtet der Spieler seinen Job nach der geglückten Kopfballverlängerung als erledigt und schaltet ab. Nicht so Sören: Er hat ganz schnell geschaltet und sich gleich wieder angeboten. Blitzsauber." Der 23-Jährige selbst war froh, dass der Knoten endlich geplatzt ist: "Vor drei Wochen hätte ich den bestimmt noch übers Tor gehauen. Matti Langer hat mich schon damit aufgezogen, dass ich nichts treffe. Jetzt wird er mir wohl mal einen ausgeben." Mit einem leichten Grinsen ergänzte er: "Ich muss ja auch aufpassen, dass mir Niklas in der Torjägerliste nicht uneinholbar davonzieht." Der Nebenmann hat 2019/20 zweimal getroffen.

Kein weiteres zu seinen schon 16 Saisontoren konnte diesmal Philipp Hosiner hinzufügen. Vor allem in den 20 Minuten nach der Pause hatte der Goalgetter das2:0 mehrfach auf dem Fuß, traf aber (vor allem bei seinem missglückten Heber/48.) ein paar falsche Entscheidungen. "Da haben mir heute etwas die Kraft und damit auch die Konzentration gefehlt", meinte er selbst, "ich bin viel gelaufen, das war auf dem tiefen Boden sehr anstrengend."

Gelegenheit, das persönliche Torekonto, vor allem aber das Punktekonto des Teams aufzubessern, hat die Glöckner-Truppe in den nächsten zwei Partien gegen die beiden Schlusslichter der Tabelle. Für Jena (nächster CFC-Gegner am Sonntag) ist der Klassenerhalt nur noch eine Utopie, für Großaspach (am Mittwoch darauf in Chemnitz zu Gast) auch schon in weiter Ferne. Für den CFC ist er mehr als realistisch, mit sechs Punkten aus diesen Partien in greifbarer Nähe. Doch Glöckner warnt: "Leichte Kontrahenten gibt es in dieser Liga nicht. Wir müssen immer 100 Prozent auf den Platz bringen. Mit weniger kannst du gegen jeden Gegner verlieren, auch gegen Jena und Aspach. Und die Jenaer haben nichts mehr zu verlieren, können befreit aufspielen. Da weißt du wirklich nie, was du bekommst." Irgendwas ist eben immer.

Statistik CFC: Jakubov - Blumberg, Hoheneder, Reddemann, Milde (V) - Garcia, Langer (V), Bohl, Tuma (72. Bonga) - Tallig (78. Bozic), Hosiner (90.+4 Maloney). Unterhaching: Mantl - Welzmüller, Endres (V/62. F. Müller/V), Greger, Winkler - Hufnagel, Fuchs (72. J.-P. Müller), Stahl (V), Bandowski - Stroh-Engel, Dietz (V/82. Hain) Schiedsrichter: Bokop (Vechta). Zuschauer: 3996. Tor: 1:0 Reddemann (5.)


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