Zwickaus Motto gegen Halle: Mit König und mehr Kommunikation

3. Fußball-Liga: Im Duell zweier Abstiegskandidaten kann der FSV wieder auf seinen Torjäger bauen

Zwickau.

Es geht ans Eingemachte für Fußball-Drittligist FSV Zwickau. Am Samstag empfangen die Rot-Weißen als Tabellen-17. im Kellerduell den punktgleichen Halleschen FC, der auf Rang 16 im Torverhältnis um einen Treffer besser dasteht als der FSV. Vor dem dritten Geisterspiel der "Schwäne" nach der Coronapause beantwortet "Freie Presse" wichtige Fragen.

Welche Erkenntnisse brachte die 0:3-Niederlage am Dienstag bei Viktoria Köln?

Wie schon gegen Rostock zeigte sich - und das war schon vor der Coronapause so: Eine gute Halbzeit reicht nicht aus, um eine Partie zu gewinnen. "Wir dürfen nicht so viele und auch nicht so lange schlechte Phasen in einem Spiel haben. Gegen Köln war es allerdings sehr bitter, dass wir in einer guten Phase das Gegentor bekommen", blickt FSV-Trainer Joe Enochs auf das 0:3 bei Viktoria zurück.

Wie sieht die personelle Lage vor dem Spiel gegen Halle aus?

Obwohl der in Köln gesperrte Davy Frick zurückkehrt, bleibt die Personaldecke im Defensivbereich dünn. Maurice Hehne zog sich am Dienstag eine Gehirnerschütterung zu, verließ gestern die Klinik. Eine Röntgenuntersuchung ergab einen unauffälligen Befund, erklärte Sportdirektor Toni Wachsmuth auf einer Videopressekonferenz: "Aber er fällt Samstag definitiv und wahrscheinlich auch am Dienstag gegen die Bayern aus." Wachsmuth hatte den FSV in der vergangenen Saison noch als Abwehrchef und Kapitän zum Klassenerhalt geführt. Der als sein potenzieller Nachfolger verpflichtete Christopher Handke (16-mal Startelf in 29 Partien) kann der Mannschaft in dieser heiklen Phase nicht helfen. Der 31-jährige Abwehrhüne hat sich mit Angina abgemeldet. Er fehlte bereits in Köln wegen Wadenproblemen, obwohl er zuvor gegen Rostock keine Minute zum Einsatz gekommen war. Der als letzter Defensivspieler infrage kommende Sebastian Wimmer spielt offenbar in Enochs' Planungen keine Rolle mehr. Konkret wollte sich der Trainer zur Personalie nicht äußern. Positiv: Sturmtank Ronny König steht nach muskulären Problemen wieder zur Verfügung.

Entfällt der Vorteil eines Heimspiels durch die fehlenden Zuschauer und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Ja, einen Heimvorteil gibt es nicht mehr. Statistiken aus der Bundesliga besagen, dass sich die Quote der Auswärtssiege seit Beginn der Geisterspiele deutlich erhöht hat. Der zwölfte Mann auf den Rängen fehlt der Zwickauer Mannschaft besonders. Allerdings ließ der Verein zu, dass eine Fangruppe in der Partie gegen Rostock eine Botschaft (Moral? Im Keller) auf den Traversen der GGZ-Arena verbreiten durfte. In anderen Stadien wurden Zuschauer in Form von Pappkartons als eine Art moralische Unterstützung für die Heimelf simuliert. In jedem Fall muss in Geisterspielen die zusätzliche Motivation mehr aus der Mannschaft heraus entstehen. Enochs hat diesbezüglich Defizite bemerkt: "Wir sind in einigen Phasen zu leise auf dem Platz. Für die Spieler ist es eine ungewohnte Situation. Wir haben das erkannt und angesprochen."

Wie sieht die Lage bei Gegner Halle aus?

Alles andere als gut. Der HFC hat eine beispiellose Negativserie, in der auch Zwickaus Aufstiegstrainer Torsten Ziegner beurlaubt wurde, hingelegt. Seit dem 30. November 2019 (1:0 gegen Duisburg) konnte Halle nicht mehr gewinnen, in zwölf Partien gab es zehn Niederlagen. "Wir wissen, dass die Mannschaft verunsichert ist. Aber die Ostduelle haben es in sich. Wir müssen richtig dagegenhalten", meint Enochs und meidet die Formulierung "Sechs-Punkte-Spiel": "Aber es ist ein wichtiges Spiel für uns."

Welche Ex-Zwickauer sind in der HFC-Startelf zu erwarten?

Von den fünf "Ziegner-Zöglingen", die der Coach nach seinem Abgang beim FSV nach Halle lotste, werden maximal drei auflaufen. Patrick Göbel ist nach seiner Leistenverletzung noch in der Rehabilitation, fehlt ebenso wie der gesperrte Kapitän Sebastian Mai. Der Hüne hatte beim 0:1 gegen Braunschweig die Gelb-Rote Karte gesehen. Bleiben Bentley Baxter Bahn, Jonas Nietfeld und Jan Washausen als Option für HFC-Coach Ismail Atalan.

Wo kann man den Abstiegskrimi anschauen?

Wie alle Drittligapartien wird die Begegnung auf dem Onlineportal "magentasport.de" gezeigt. Die Übertragung und auch noch jene am darauffolgenden Dienstag beim FC Bayern München II wird zudem auf großer Leinwand im Autokino an der Göltzschtalbrücke zu sehen sein. Der Eintritt kostet pro Pkw (maximal vier Personen) 19,90 Euro. 10 Euro davon kommen dem FSV zugute. So sollen auch entgangene Ticketeinnahmen wegen der Geisterspiele kompensiert werden. (tp)

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