Ankerplatz und FKK-Gelände: Pöhler Pächter kündigen Verträge

Das Bistro am Ankerplatz und die Fahrgastschiffe brauchen einen neuen Gastronom. Ob der Betreiber des FKK- Parkplatzes wirklich geht, ist allerdings noch offen.

Pöhl.

Jörg Böhm hat die Nase voll. Diese Saison kümmert er sich noch um die Gastronomie am Ankerplatz der Talsperre Pöhl und auf den Fahrgastschiffen. Aber dann: nie wieder. Er hat gekündigt. "Das läuft hier einfach nicht betriebswirtschaftlich", erklärt er. Auf Veränderungen durch den Talsperrenzweckverband, mit dem er den Pachtvertrag hat, pocht er schon seit 2016. Zuletzt Ende Juni in einem offenen Brief. Passiert sei aber nichts, was das defizitäre Frust- in ein gewinnbringendes Lustgeschäft verwandelt hätte, sagt Böhm.

Ihm sind die Bedingungen zu eng gestrickt. So dürfe er nicht frei über Preise für Getränke oder Buffet-Rundfahrten bestimmen, sagt er. "Auf Wunsch des Zweckverbands mussten wir den Preis niedriger ansetzen", erklärt Böhm - und dennoch hochwertige Qualität auf die Teller liefern.

Auch Personalkosten für sechs Angestellte und bis zu zehn Aushilfen würde er gern besser kalkulieren. "In der Nebensaison ist um 14Uhr eine garantierte Schifffahrt", erläutert er. Falls aber bereits um 11 oder später um 15.30 Uhr jemand übers Wasser schippern möchte, müsse er Personal bereitstellen. "Manchmal sitzen meine Leute dann dort, ohne dass etwas zu tun ist", sagt er. In der Nebensaison fände der Pächter es deshalb sinnvoller, wenn das Schiff nur auf Vorbestellung ablegen würde.

Und wenn die Pflichtfahrt stattfinde, sei sie mit einer Stunde zu kurz, um bis zu 80 Gäste ordentlich zu bedienen. "Die Schiffe sollten länger fahren: anderthalb Stunden", hat Böhm mehrfach angeregt. Zudem sei die Abfahrtzeit 14 Uhr ungünstig. "Um diese Zeit machen viele Kinder von Besuchern noch Mittagsschlaf", so Böhm. Es sei auch zu spät für einen Mittagsimbiss und noch zu früh für Kaffee und Kuchen. Die Folge: An Bord werde wenig Umsatz gemacht. "15 Uhr wäre besser", schlägt Böhm vor.

Auf Anfrage von "Freie Presse", was Verbands-Geschäftsführerin Mariechen Bang von Böhms Vorschlägen hält, erklärte sie: "Die Hinweise werden wir beraten und sorgfältig abwägen." Eine Schifffahrt nur auf Anmeldung sei jedoch "nicht zielführend, wenn nicht sogar schädlich". "Die Gastronomie an Bord ist ein Nebenprodukt", findet Bang. Bestimmte Preise ließen sich nicht mehr verkaufen. Ganz geht Böhms Kritik aber nicht am Verband vorüber: "Wir haben auch diskutiert, dass ein gezapftes 0,5 Liter Wernesgrüner für 2,50 Euro zu wenig ist", räumt Bang ein.

Ob der Betreiber des Parkplatzes am FKK-Strand Helmsgrün 2019 ausbleibt oder wiederkommt, steht noch nicht fest. Seit 2017 kassiert Ronald Barthel dort Parkgebühren. Seine Kündigung sei eher eine vorsorgliche Formsache gewesen: "Mir ist die Frist weggelaufen", so Barthel. Doch er würde gern mit Mariechen Bang ein paar Dinge bereden, bevor er den Vertrag verlängert. Sie sei aber im Urlaub gewesen, als er sich habe entscheiden müssen, erklärte Barthel. Nun sei Spielraum, so manches noch anzusprechen.

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