Das Hofgut Eichigt und seine Pläne für Obertriebel

Der Bio-Landwirtschaftsbetrieb baut seinen Standort um und geht auf die Anwohner zu. Die haben nach wie vor viele Fragen.

Obertriebel.

Geruch, Transporte, Lebensqualität: Die Stallanlage des Hofgutes Eichigt in Obertriebel ist häufig im Ort Thema von Diskussionen. Offene Briefe von Einwohnern haben Landratsamt und Gemeinde erreicht. Ergebnisse sind nur miteinander zu erzielen, ist Gerhard Feustel, Geschäftsführer des Bio-Landwirtschaftsbetriebs überzeugt. Daher stand er kürzlich zur gut besuchten Einwohnerversammlung unter freiem Himmel Rede und Antwort, was sich seit einem Treff im Frühjahr getan hat. Feustel: Wir haben mittlerweile fast 50 Jahre Tierhaltung hier und wollen sie so fortführen, dass es für die ansässige Bevölkerung akzeptabel ist. Angesprochene Probleme sind sicher berechtigt. Wir versuchen sie zu lösen."

Zu den Ergebnissen gehört die regelmäßig fahrende Kehrmaschine. Perspektivisch plant das Hofgut den Abriss eines alten Stalls, dessen Fläche dann begrünt wird. Dann soll der derzeit provisorische Zaun komplett gebaut werden. Mit dem Bau eines Erdwalls um den neuen Stall ist begonnen, er wird um beide Giebel sowie eine Längsseite geführt, begrünt und bepflanzt. "Aus unserer Sicht wird er die Sicht einschränken und soll auch die Geruchsbelästigung minimieren", erklärte Feustel.

Seit der zweiten Julihälfte sind alle Gebäude am Firmensitz in Eichigt fertig, so dass der komplette Bereich Abkalbung/Kälberaufzucht dorthin umgezogen ist, so Feustel. Im Oktober ist das gesamte Milchvieh ins Winterquartier nach Eichigt gewandert. Damit fällt das Melken in Obertriebel im Winterhalbjahr flach, vor Ort sind weniger Leute. Bleiben wird das Füttern des verbliebenen Viehs täglich ab 6.30 Uhr. Das Futter wird im extra angeschafften Futtermischwagen angefahren. Die Zahl durch den Ort rollender Hofgut-Fahrzeuge werde nicht steigen, sicherte Feustel zu. Es blieben ein, zwei Tage im Monat mit Viehtransporten und zehn bis 15 Tage im Jahr Transporte zur Leerung des 6000 Kubikmeter großen Güllebehälters vor Ort.

Von Bürgern gab es Fragen und Hinweise, so zu Wasserversorgung, Straßenzustand, Licht, Immissionsschutz. Feustel will weiter mit den Obertrieblern reden. Die nächste Runde soll Im März/April sein. Feustel: "Für gute Vorschläge sind wir dankbar. Ich werde mich nicht hinstellen und sagen: Alles wunderbar."

Triebels Bürgermeisterin Ilona Groß (parteilos) verwies auf die Idee einer neuen Betriebsstraße, die von der Kreisstraße Obertriebel-Triebel durch die Triebelbachaue in Richtung Stallanlage am Dürren Ast führen soll. Dazu gibt es aber auch Befürchtungen nahe Wohnender vor neuen Belastungen. Eines musste die Bürgermeisterin in der vom Gemeinderat angesetzten Einwohnerversammlung schuldig bleiben: Die genaue Tragkraft/Achslast der Brücke in Obertriebel, über die aller Landwirtschaftsverkehr rollt. "Mitte der 1990-er Jahre wurde der Gemeinde die Straße nach Tiefenbrunn aufgedrückt. Ein Brückenbuch gab es nicht. Das ist schon beim Landkreis weggekommen", räumte Groß ein.

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