Die Baustellen an Klingenthals Schanzen

Das Areal an der Vogtlandschanze in Mühlleithen ist Großbaustelle, weitere Projekte sind im Werden. Doch dafür ist ein langer Atem nötig.

Klingenthal.

Der Winter wirft seinen Schatten voraus: Das deutsche Team der Nordischen Kombinierten trainiert derzeit in der Vogtland-Arena. An den Vogtlandschanzen in Mühlleithen laufen unterdessen die Erdarbeiten zum Neubau von vier Nachwuchsschanzen. In Sachen Nordischer Skisport tut sich derzeit einiges in Klingenthal. Das wurde auch am Mittwoch zur Sitzung des Zweckverbandes Vogtland- Arena deutlich. Hier die Schwerpunkte aus der Beratung:

Windsegel-Bau noch immer in der Warteschleife: Für den Bau eines stationären Windsegels an der Vogtland-Arena wird in diesen Tagen der dringend benötige Stempel des Statikers erwartet. Dann können die Arbeiten fortgesetzt werden. In diesem Jahr sollen noch die Baugruben für die Fundamente ausgehoben werden. Für den benötigten Spezialstahl liegen die Wartezeiten zwischen vier und sechs Wochen, sagte Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU), der auch Vorsitzender des Zweckverbandes ist. Ob die Fundamente noch in diesem Jahr gegossen werden können, sei noch nicht klar. Zudem müsse der Beton anschließend bis zu 40 Tage aushärten.

Für die ursprünglich auf 2,2 Millionen Euro geplante Baumaßnahme, die zu 85 Prozent durch den Freistaat Sachsen gefördert wird, ist wegen steigender Kosten eine Nachförderung beantragt. Der Internationale Skiverband fordert ein Windsegel zum Schutz der Athleten, wenn Klingenthal weiter Weltcup-Standort bleiben will.

Für die im Winter in Klingenthal geplanten Wettkämpfe - Continentalcup in der Nordischen Kombination am 16./17. Januar und Weltcup der Kombinierer am 6./7. Februar - kann bei Witterungsbedarf noch das mobile Windsegel zum Einsatz kommen.

Betreibervertrag ist ausgeschrieben: Die Betreibung der Vogtland-Arena wurde inzwischen neu ausgeschrieben, die Submission ist in dieser Woche erfolgt. Jetzt steht das Bietergespräch an. Laut Hennig soll der neue Betreibervertrag zur Zweckverbandssitzung am 28. Oktober neu vergeben werden und dann zum 1. Januar 2021 wirksam werden. Bisheriger Betreiber war eine Vermarktungsgesellschaft, deren Anteile zu 51 Prozent beim VSC Klingenthal und zu 49 Prozent bei der Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Vogtland liegen. Chef dieser Vermarktungsgesellschaft ist der VSC-Geschäftsführer Alexander Ziron.

Informationsportal installiert: Die mobile Info-Tafel in der Vogtland-Arena ist installiert und wird laut Alexander Ziron in den nächsten Tagen in den Probebetrieb gehen. Die Anlage soll dann in Kooperation mit dem Tourismusverband Vogtland für Veranstaltungen in der Region werben.

Besucher-Informationszentrum:Haushalt muss her. Die Vogtland-Arena soll bis 2022 ein attraktives Besucherzentrum (Biz) erhalten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits im März 2019 in Plauen gesagt, dass die Finanzierung des Vorhabens gesichert sei. Eine Machbarkeitsstudie für das Projekt könne allerdings laut Hennig erst in Auftrag gegeben werden, wenn der Haushalt des Zweckverbandes bestätigt sei und damit Fördermittel beantragt werden können. Ohne solide Finanzierung werde das Biz-Projekt nicht gestartet, betonte er.

Neuer Kampfrichterturm Vogtlandschanzen: Holzbau soll her. Das in die Jahre gekommene Bauwerk soll erneuet werden. Die geplante Metallkonstruktion liegt aber erheblich über dem Kostenrahmen. Deshalb gibt es eine neue Ausschreibung für eine Holzkonstruktion. Hennig hofft, dass noch in diesem Jahr das Fundament gesetzt werden kann.


Die Organisationsstruktur

Der Zweckverband für die Vogtland-Arena war 2018 durch den Vogtlandkreis und die Stadt Klingenthal gegründet worden. Er ist zuständig für die gesamte Infrastruktur, die der nordische Leistungssport in Klingenthal benötigt - von der Vogtland-Arena über die Rollerbahn am Kiel und die Wettkampfloipen bis zu den Vogtlandschanzen in Mühlleithen. Außerdem brachte Klingenthal ein Pistenfahrzeug und das Loipenhaus in den Zweckverband ein.

Der Landkreis gibt jährlich Zuschüsse von 150.000 Euro, Klingenthal steuert 30.000 Euro bei.

Verbandsvorsitzender ist Klingenthals Oberbürgermeister Thomas Hennig, sein Stellvertreter Landrat Rolf Keil (beide CDU). Verbandsräte sind aus dem Kreistag Isa Suplie (CDU) und Janina Pfau (Linke), aus dem Stadtrat Klingenthal Gerhard Nöbel (CDU) und Carsten Förster (Pro Klingenthal).

Der VSC Klingenthal ist weiter für den Nachwuchs- und Breitensport zuständig. Über den Verein läuft deshalb das rund eine Million Euro teure Projekt für den Neubau von vier Nachwuchsschanzen an den Vogtlandschanzen in Mühlleithen. (tm)

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