Eine Familie, die sich nie verhoben hat

Bang Kransysteme hat sein neues Firmendomizil in Oelsnitz eingeweiht. Damit schreiben Gründer Werner Bang und seine Söhne eine Erfolgsgeschichte weiter. Und die ist von einem besonderen Geist geprägt.

Oelsnitz.

Freude, Anerkennung und vor allem Stolz: Bei der Einweihung der neuen Unternehmensgebäude von Bang Kransysteme am Mittwochabend im Industriegebiet "Neue Welt" in Taltitz war diese Mischung spürbar. Sie lag förmlich in der Luft, und CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Heinz fasste sie in Worte. "Ja, es gibt sie noch die Geschichten von der Garage zum Marktführer. Nicht nur im Silicon Valley, sondern auch im Elstertal", sagte er. "Das Ergebnis ist überwältigend." Das war kurz für einen Politiker. Aber es war alles drin, was diesen feierlichen Abend ausmachte: Die ehrliche Freude darüber, dass es Menschen geschafft haben. Welche "von uns", Vogtländer, die einst klein angefangen haben, jetzt auf Großes schauen und sich trotz Millioneninvestitionen den Geist der Garage von einst bewahrt haben.

Die Garage von Unternehmensgründer Werner Bang (65) stand am Wolfsgäßchen in Adorf. Mit einer Servicewerkstatt von Hebezeugen und Krananlagen machte er sich in den Tagen des Aufbruchs im Jahr 1989 selbstständig. Als zwei Jahre später das Industriegebiet Johannisberg in Oelsnitz zu wachsen begann, war er einer der ersten Investoren. 2011 dann der nächste große Schritt: auf die "grüne Wiese" nach Taltitz. Eine neue Halle für die Endmontage entstand. Doch der Stahlbau mit seinen rund 45 Mitarbeitern arbeitete noch immer in Falkenstein - das kratzte an der Effizienz. Die Vision von damals prangte zur Einweihung als Leitmotto an der Bühne. "Eine Mannschaft, eine Vision, ein Standort." Kran-Campus nennen die Bangs ihr neues Firmendomizil. Soll heißen: Alles befindet sich an einem Fleck. Für den Stahlbau entstand eine neue Halle. Für Verwaltung und Schulung wurde gegenüber ein neues Gebäude errichtet, das nicht nur funktional ist, sondern auch architektonisch ansprechend. Insgesamt 15 Millionen Euro wurden in den Standort investiert. Der Umzug aus Falkenstein ging in den vergangenen Tagen über die Bühne.

128 Mitarbeiter sind derzeit bei Bang Kransysteme beschäftigt. Laut Werner Bang erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von bis zu 20 Millionen Euro. Das sei fast doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Bang baut Kräne, die in großen Werkhallen zum Einsatz kommen, um riesige Teile in Bewegung zu setzen. Zur Kundenliste zählen beispielsweise der Stahlbauer Krupp- Mannesmann in Duisburg, Audi in Neckarsulm, VW Wolfsburg, aber auch Plauen Stahl Technology. Erst gestern Nachmittag verließ ein Kran Oelsnitz per Tieflader in Richtung Plauen. Aber auch international mischen die Vogtländer mit. Die Exportquote beträgt mehr als 50 Prozent. Wichtigste Herausforderung derzeit: die Digitalisierung. Bang ist mittendrin, seine Kräne technisch so auszustatten, dass sie mit anderen Anlagen kommunizieren können. Zehn Software-Entwickler und Elektrotechniker treiben entsprechende Innovationen voran.

"Wir wollen unseren Platz in der ersten Liga weiter ausbauen und irgendwann die Champions League erreichen", sagte Christoph Bang in seiner Festrede. Die Voraussetzungen sind geschaffen, sich dabei auch in Zukunft nicht zu verheben - bodenständig und mit dem Geist der Garage.

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