Einspruch gegen Stele am Dreiländereck

Die Grenzkommission hat das Aufstellen des neuen Denkmals im Mühlbach versagt. Die Initiatoren geben aber deshalb nicht auf.

Kaiserhammer.

Es sollte am Samstag der Höhepunkt bei der tschechisch-deutschen "Begegnung am Dreiländereck" werden - doch das Aufstellen der geplanten Granitstele im Mühlbach/Mlýnský potok fiel vorerst aus. Die Deutsch-Tschechische Grenzkommission hatte wenige Tage zuvor dem Aufstellen des Denkmals die Genehmigung versagt. "Leider war der Amtsschimmel zu stark, um bis jetzt alle Genehmigungen zu bekommen", stellte Daniel Mašlár, Bürgermeister von Roßbach/Hranice und entschiedener Befürworter der Stele am tatsächlichen Grenzpunkt fest. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die Initiatoren vom Team Freizeit und Tourismus Regnitzlosau um Wolfgang Zeeh hoffen auf ein Aufstellen der Stele beim Freundschaftsfest 2020.

Damit sich die vielen Besucher am Samstag beim Fest am Kaiserhammer bereits ein Bild machen konnten, stand für einen Tag eine Nachbildung der Säule am geplanten Aufstellort. Ein Kritikpunkt der Grenzkommission: Durch die neue Stele darf die Sichtbarkeit zwischen den Grenzzeichen für Tschechien, Bayern und Böhmen nicht eingeschränkt werden. Die Grenzkommission verlangt, die Planungen so zu ändern, damit das Denkmal den Staatsvertrag zur Grenze nicht verletzt. Vorschlag der Kommission: Die Stele einfach außerhalb eines Streifens von einem Meter neben der Grenze aufstellen. Besonders auf tschechischer Seite wird dies aber kritisch gesehen. Bei einer geänderten, rechtzeitigen Planung wäre die Grenzkommission bereit, über eine eventuell notwendige Ausnahmegenehmigung für die Stele zu entscheiden. Die Stelen-Initiatoren haben am Samstag bereits Unterschriften gesammelt, um das Projekt fortzuführen. Die Stele hat der Oelsnitzer Steinmetz-Fachbetrieb Ballmann gefertigt. Die tschechische Seite hält zur Stange. "Es ist eine tolle Idee", erklärte Daniel Mašlár zu den seit 2017 entwickelten Vorstellungen des Teams Freizeit und Tourismus. Auch auf sächsischer Seite stößt die Initiative auf Interesse. Werner Pöllmann aus Sträßel, Experte für Verkehrs- und Grenzgeschichte im Vogt- und Egerland, machte sich am Samstag selbst ein Bild und kam mit den Stelen-Initiatoren ins Gespräch.


Der genaue Punkt, an dem Bayern, Böhmen und Sachsen aneinanderstoßen, ist seit 2011 provisorisch mit einem Holzpfahl markiert. Ein festes Denkmal werde der historischen Bedeutung des Ortes eher gerecht, so der Gedanke, der der Stelle zugrunde liegt. Auf den Sankt Nimmerleinstag soll das Aufstellen nicht verschoben werden: Aktuell ist durch den 30. Jahrestag des Mauerfalls und die spezielle Rolle der Region dabei das Interesse an diesen Themen groß, so die Stele-Initiatoren.

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