Freie Wähler lösen CDU als stärkste Kraft in Adorf ab

Die Vereinigung hat nun sieben Sitze, die Union sechs. Bei der Besetzung der Ausschüsse ging es einmütig zu. Bis auf einen Fall, bei dem gar zweimal gewählt werden musste.

Adorf.

Der Wind der Veränderung hat auch den Adorfer Stadtrat erfasst: Nach vielen Jahren ist die CDU nicht mehr stärkste Kraft, sondern die Freien Wähler. Das Stühlerücken am Ratstisch bezog sich dabei nicht nur auf die sechs neuen Abgeordneten, die mit ihren länger im Wahlamt befindlichen Kollegen am Montagabend vereidigt wurden. Es wurde sich umgesetzt: Die drei SPD-Abgeordneten (einer weniger als bisher) rücken an die Seite der CDU (minus zwei Sitze). Auf der gegenüberliegenden Seite haben die Freien Wähler mit sieben Räten (plus drei) und wie bisher zwei Linken-Abgeordnete Platz genommen.

Bei veränderten Mehrheitsverhältnissen gab es in der konstituierenden Sitzung viel Einigkeit unter den vier Fraktionen. Dies zeigte sich bereits in der Frage, wer Stellvertreter von Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) werden soll. Alle Fraktionen schlugen den bisherigen Vize, Rats-Senior Günter Glaß (CDU), vor. Der 75-Jährige erhielt einmütig das Vertrauen und dankte in bewegten Worten. Seit Glaß in Adorf wohnt, gehört er dem Stadtparlament an - 51 Jahre. Inzwischen arbeitet er unter dem sechsten Bürgermeister.


Ohne Diskussion ging auch das Nachrücken einer Abgeordneten über die Bühne. Cordula Roth ist für die Freien Wähler nachträglich ins Gremium eingezogen. Grund: Die Ende Mai gewählte Chriseldis Geipel hatte ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt.

Cordula Roth gehört wie weitere vier neue Abgeordnete zur U 40. Der Altersdurchschnitt des neuen Parlaments liegt bei 46 Jahren und damit unter dem des bisherigen Stadtrates. Jüngster am Ratstisch ist Hermann Oelsner (CDU), Jahrgang 1991. Mit nun acht Frauen unter 18 Abgeordneten stellt Adorf unter den Parlamenten des oberen Vogtlands einen Spitzenwert - sonst sind Frauen in der Kommunalpolitik oft unterrepräsentiert. Bei der Wahl am 26. Mai lag die Beteiligung bei knapp 58 Prozent der Stimmberechtigten.

Seit Montagabend steht fest, wer in welchem Ausschuss sitzt. Im Hauptausschuss vertreten Danny Cihak und Cordula Roth die Freien Wähler, Hermann Oelsner und Mariechen Bang die CDU sowie Sandro Röder die SPD und Holger Uebel die Linken. Als sachkundige Bürger arbeiten im Ausschuss André Priebe, Stefan Wolf und Yvonne Wächter. Im Sozialausschuss, der beratende Funktion hat, sind Liane Lamprecht, Frank Jäger (Freie Wähler), Elisabeth Blüml, Günter Glaß (CDU) und Steffi Reinhold (SPD) Mitglied, als sachkundige Einwohner Jana Dölling, Sylvia Schäfer und Anna Gerstner.

Gerangel gab es um einen Sitz im Technischen Ausschuss - maximal drei sachkundige Einwohner dürfen hier mitarbeiten. Nominiert waren vier. In geheimer Wahl erhielten im ersten Durchgang Lars Hermersdorfer und Andreas Porkert 13 beziehungsweise 9 Stimmen. Zwischen Jens Wunderlich und Günter Fritsch (je 8) musste eine Stichwahl entscheiden. In dieser erhielt Wunderlich 12, Fritsch 7 Stimmen. Als Stadträte sitzen Martin Geipel, Robert Kirmse (Freie Wähler), Sebastian Brand, Sylvia Dobberkau (CDU) sowie Toni Walda im Ausschuss. Die Linken-Rätin besetzt einen Platz, der der SPD zusteht - die SPD schlug sie vor. Im Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft sind der Bürgermeister, Frank Jäger, Mario Beine (für die Freien Wähler), Ernst Süßdorf für die CDU und Sandro Röder (für die SPD) Mitglied. Röder ist auch der neue Fraktionschef der SPD im Rat. Er folgt auf Jens Puggel, der nicht mehr kandidiert hatte. Die drei weiteren Fraktionschefs Danny Cihak (Freie Wähler), Mariechen Bang (CDU) und Toni Walda (Die Linke) verbleiben in diesen Ämtern.

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