Freistaat würdigt Eckardt Scharf

Zentrale Rolle in Projekten im früheren Grenzraum

Oelsnitz/Plauen.

Der Tod des vielfach engagierten Eckardt Scharf aus Oelsnitz ist auch in Dresden mit Betroffenheit aufgenommen werden. In einem Nachruf hat der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lutz Rathenow, an den Einsatz Scharfs für die lebendige Vermittlung der Geschichte der deutschen Teilung erinnert. Dazu zählt das Vermittlungsprojekt "Leben am Eisernen Vorhang" des von Scharf geleiteten Freundes- und Förderkreises des Julius-Mosen-Gymnasiums Oelsnitz mit Publikationen, Infotafeln, Grenztouren sowie Zeitzeugengesprächen. Dies sei sachsenweit ein Pilotprojekt, sagt Rathenow.

Entscheidend war Scharfs Einsatz für die seit Herbst 2019 tourende Wanderschau "Grenzenloses Sächsisches-Bayrisches Städtenetz". Sie entstand in Zusammenarbeit des Fördervereins und des Vereins Vogtland 89 mit Rathenows Unterstützung. Im Verein Vogtland 89 war Scharf Gründungs- und Vorstandsmitglied. Rathenow ermutigte den Schulförderverein, ein von Scharf begonnenes Projekt fortzuführen. "Mit Eckardt Scharf verliert die kritische DDR-Aufarbeitung eine wichtige Stimme, einen engagierten Vermittler einer weltoffenen demokratischen Gesellschaft, im besten Sinne einen Macher und Mahner gegen das Vergessen", erklärt Rathenow. Die Idee Scharfs einer grenzüberschreitenden lebendigen Erinnerung, Verständigung und Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte lebe fort - wenn sich am 15./16. Mai die Landesbeauftragten und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Plauen zu ihrem 24. Bundeskongress treffen. (hagr)


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