Gespenstische Schatten kennen keine Grenzen

Krimis aus dem Erzgebirge sind bislang auf dem Buchmarkt eine Ausnahme. Doch Stoff und Autoren gibt es genug.

Graslitz/Kraslice.

Die Vorgänge in einem alten Haus in der Grenzstadt Graslitz/Kraslice stellen den mit den Ermittlungen betrauten Kommissar der tschechischen Polizei vor einem Rätsel - ein Dieb scheint dort durch Wände gehen zu können. Als er selbst im Haus übernachtet, erlebt der Kommissar, wie eine Nebelgestalt auftaucht. Es ist ein Geist der einstigen deutschen Bewohner, und dieser kommt zur Ruhe, als er auf Deutsch angesprochen wird.

Der Kurz-Krimi von Milan Hloušek "Der Dieb, der durch die Wände ging" zog am Samstag auch die tschechischen und deutschen Zuhörer im ehemaligen Schlachthof in Graslitz/Kraslice in ihren Bann. Dort machte die von der Stiftung St. Jachymov und der Villa Baldauf in Marienberg, dem Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises, organisierte Lesung zum Krimibuch "Schatten über dem Erzgebirge/Stiny nad Krusinymí horamí" Station.

Im vergangenen Jahr hatte beide Partner dieses grenzüberschreitende Projekt gestartet. Der erste Band vereinte Erzählungen von fünf tschechischen und sechs deutschen Autoren. Nun liegt der zweite Band vor.

Insgesamt 15 Veranstaltungen sind bis Ende Oktober beiderseits der Grenze geplant. Gelesen wird abwechseln in beiden Sprachen, dazwischen gibt es Musik. Im alten Schlachthof kam die von den Bad Boys aus Karlsbad/Karlovy Vary. Die deutsche Übersetzung übernahm Gerd Schlott aus Annaberg. Rund 30 Zuhörer waren gekommen. "Das ist ein guter Schnitt", zeigte sich deshalb Constanze Ulbricht von der Baldauf-Villa zufrieden: "Manchmal kommen sogar bis 80 Besucher".

Die Wälder um die Klingenthaler Partnerstadt Graslitz/Kraslice sind auch Thema der Lesung am 2. September, 18 Uhr, im Museum Falkenau/Sokolov, wenn der Kurz-Krimi "Lebendige Erinnerungen" Antonín Mazáč aus Karlsbad/Karlovy Vary im Mittelpunkt steht.

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