Heimatgruppe Sohl besteht 60 Jahre

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Liebe zum Vogtland, Liebe zur Kultur: Mit Musik und Ideen haben es Sohler geschafft, über sechs Jahrzehnte das Leben in der Region zu bereichern.

Sohl.

Am Beginn der Heimatgruppe Sohl stand vor sechs Jahrzehnten die Idee eines Ehepaars. Der Lehrer Max Meinel und seine Ehefrau Annemarie haben für die Idee, die Sitten und Bräuche ihres Dorfes Sohl wie auch die obervogtländische Mundart für die Nachwelt zu bewahren, von den dankbaren Einwohnern ein sichtbares Zeichen, einen Gedenkstein in ihrem Wohnort erhalten. Damit auch nachfolgende Generationen wissen, was die beiden für ihre Heimat getan hatten.

Eine Revolution braucht Massen. Eine solche Masse war in Sohl nicht vorhanden. Aber die Meinelsche Idee, instrumentale, sängerische, tänzerische Fähigkeiten der Sohler in einer Gemeinschaft, in einer Kulturgruppe, in der Heimatgruppe Sohl zu bündeln, hat auch in der kleinen, aber begeisterungsfähigen Dorfgemeinschaft gezündet. Seit 60 Jahren ist die Heimatgruppe Sohl auch über die vogtländischen Grenzen hinaus bekannt, beliebt, und begeistert Einheimische, Gäste, Touristen und auch Kurgäste.

"Auch Volkskunst ist Kunst - mit Mundart, die nicht gleich jeder versteht, mit Texten, die tief in der Heimat verwurzelt sind, mit Melodien, die wir früher, ganz früher, als wir noch Kinder waren, schon mal gehört haben. Folklore braucht für einen Auftritt auch keinen 40-Tonner-Truck - das ist Handarbeit!" - waren die Worte des Elsteraner Bürgermeisters Christoph Flämig (Freie Wähler), als er am 22. Juni 2005 die Verleihung der Großen Elster an die Heimatgruppe Sohl begründete.

Wiewohl er Recht hatte - die Heimatgruppe wurde nicht gegründet, sie entstand, war plötzlich da. Sie entstand durch Eigeninitiative ohne Parteibeschluss, aber auch ohne besonders große finanzielle staatliche oder kommunale Unterstützung. Sie entstand allein aus Liebe zur Tradition und zur Heimat. Liebe zur Heimat, Liebe, welche aus dem Herzen kommt. Sechzig Jahre sind eine lange Zeit, und von den Gründungsmitgliedern wohnen nur noch Ute Döring und Christa Wand in Sohl.

Der erste öffentliche Auftritt war am 1. Mai 1961 vor heimischem Publikum. Jeder kannte jeden, nun stehen einige auf der Bühne, andere davor, letztere drücken den Daumen, dass alles gut verlaufen möge. Es ist gut verlaufen. Das Lampenfieber ist mit der Zeit geringer geworden, es kam Erfahrung hinzu, gab es doch Auftritte zu Begrüßungs- und Unterhaltungsabenden in Ferienheimen, Kliniken, bei Dorffesten und Weihnachtsfeiern. Zu den Tagen der Vogtländischen Folklore errang sie mehrfach das Prädikat "Oberstufe". Wiederholt sind sie als "Hervorragendes Volkskunstkollektiv", einmal als "Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv" geehrt worden.

60 Jahre sind eine lange Zeit, welche auch an der Heimatgruppe Sohl nicht spurlos vorüberging. Es sind Veränderungen eingetreten, aber die Heimatgruppe Sohl lebt. Mit der wieder erlangten staatlichen Einheit Deutschlands kam es zu "Verbrüderungen" mit oberpfälzischen Heimatgruppen sowie zu Auftritten in dortigen Orten. Die Sohler wurden gebührend angefeuert, nur ... ja, nur an Weihnachtsveranstaltungen mussten sie zurückhaltender sein, wenn der anwesende katholische Geistliche nur höflich, sonst aber recht verhalten geklatscht hat.

"Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen." Dieser Spruch von Albert Schweitzer behält für alle Zeiten seine Gültigkeit. Der Urwaldarzt von Lambaréné lebt in den Herzen vieler Menschen weiter, wie - zwar nicht international, aber lokal - die Heimatgruppe Sohl. Nur die geplante Jubiläumsveranstaltung in der Kunstwandelhalle in Bad Elster kann coronabedingt vorerst nicht stattfinden.

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