Höhere Blitzerdichte in Plauen als in Chemnitz und Dresden

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Plauen macht das Dutzend voll: In diesem Jahr will die Stadtverwaltung drei neue Rotlichtblitzer und ein zweites Blitzer-Mobil in Dienst stellen.

Plauen.

Nach Rekorderträgen aus Rotlicht- und Tempoverstößen im Jahr 2019 sind der Stadtverwaltung Plauen im Coronajahr 2020 die Einnahmen aus den Blitzern im Stadtgebiet eingebrochen. Statt 60.100 Verstößen im Zuge der Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung wurden nur noch 40.800 derartige Delikte festgestellt. Das ist knapp ein Drittel weniger. Der Rückgang ist laut Alexandra Wölfel, Leiterin der Bußgeldstelle im Rathaus, nicht nur auf die coronabedingten Lockdowns 2020 zurückzuführen. Weil Gaststätten und Geschäfte geschlossen blieben, waren zeitweise viel weniger Fahrzeuge in der Stadt unterwegs. Weitere Fakten aus der Blitzer-Bilanz der Stadtverwaltung:

Gegen den Trend: Bei mobilen Tempokontrollen mit dem bekannten Skoda Roomster konnte sich die Stadtverwaltung gegen den Trend stemmen. 12.717-mal löste der Blitzer aus dem Fahrzeug aus - 497-mal mehr als im Jahr davor. Ende 2021 will die Verwaltung ein zweites Blitzer-Auto in Dienst stellen. Vermehrt werde beobachtet, dass nach stationären Messstellen wieder schneller gefahren wird. "Um kurzfristige Reaktionszeiten und die erforderliche Flexibilität bei Kontrollen erreichen zu können, wird künftig auf mehr mobile Überwachung gesetzt", kündigt Wölfel an.

Größter Einbruch: Der größte Einbruch resultiert aus den sogenannten Starenkästen, fest aufgestellten Säulen zur Tempomessung. Statt über 47.000 Fotos wie 2019 kamen im vorigen Jahr nur 27.400 Aufnahmen zu Stande - ein Minus von mehr als 40 Prozent. Alexandra Wölfel: "Der Rückgang im Bereich der stationären Geschwindigkeitsüberwachung hat mehrere Gründe. Nach Jahren des Betriebs der Messstellen ist ein kontinuierlicher Rückgang aufgrund Bekanntheitsgrad und Gewöhnungseffekt zu verzeichnen." Die Betreiberfirma Jenoptik baute deshalb inzwischen den ältesten dieser Blitzer an der Oelsnitzer Straße stadteinwärts ab.

Täglich zwei Rotlichtverstöße: Der bislang einzige Rotlichtblitzer an der Böhlerstraße in Höhe Wiesenstraße löste 659-mal aus - also im Schnitt fast zweimal pro Tag. Die Einnahmen aus den Verstößen beziffert die Stadt auf 85.000 Euro. In diesem Jahr werden drei neue Rotlichtblitzer installiert. Die erste der Anlagen ist bereits an der Reichenbacher Straße/Knielohstraße aufgestellt und geht demnächst in Betrieb. Weitere folgen danach an den Kreuzungen Chamissostraße/Reißiger Straße und Trockentalstraße/ Straßberger Straße. Genaue Termine nennt die Stadtverwaltung noch nicht, da die Arbeiten stark wetterabhängig seien.

Millionen-Ertrag trotz Minus: Die Einnahmen aus den verhängten Verwarn- und Bußgeldern für Rotlicht- und Tempoverstöße sanken - von der Rekordsumme von 1,32 Millionen Euro 2019 um rund 20 Prozent auf 1,05 Millionen Euro.

Städte im Vergleich: Im Vergleich der fünf größten sächsischen Städte nimmt Plauen mit seiner Blitzerdichte einen mittleren Platz ein. Im Verhältnis zur Gesamtfläche stehen die Radarfallen in der Vogtlandstadt dichter als in Chemnitz und Dresden, wie aus Angaben des Portals Blitzer.de hervorgeht. Den Spitzenplatz im landesweiten Vergleich nimmt Leipzig ein, gefolgt von Zwickau. Zieht man allerdings die Fläche der 1996 nach Plauen eingemeindeten Ortschaften Kauschwitz, Jößnitz, Großfriesen, Straßberg und Neundorf in der Berechnung ab, wird Plauen zum unangefochtenen sächsischen Spitzenreiter bei der Anzahl der Blitzer je Quadratkilometer städtischer Fläche.

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