Hölzerne Anregung zum Entschleunigen

Der seit 2016 zwischen Erlbach und Landwüst bestehende Weg der Besinnung wird über die tschechische Grenze erweitert. Am Samstag findet die erneute Einweihung statt.

Erlbach.

Ein überdimensionaler Wassertropfen aus Holz zieht in Erlbach die Blicke auf sich. Geschaffen hat ihn vor nunmehr 20 Jahre der Pole Vladislav Pawlik, damals Teilnehmer am Vogtländischen Holzbildhauer-Symposium. Als Dauerleihgabe des Landschaftspflegeverbandes "Oberes Vogtland" steht der Tropfen am Weg der Besinnung und dürfte den einen oder anderen Wanderer zum Verweilen und Nach- denken anregen. Der damit verbundene Effekt der Entschleunigung ist gewünscht.

Wer auf dem Weg unterwegs ist, trifft auch auf eine Skulptur, die Millane Kaminski und Chantal Horn vom Gymnasium Markneukirchen in diesem Jahr geschaffen haben. Inspirieren ließen sie sich die beiden Mädchen vom Leistungskurs Kunst dabei von einem Bibelspruch, der da lautet: "Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag". Auch diese Skulptur lässt den Spielraum für eigene Gedanken.


Drei Jahre gibt es den Weg der Besinnung inzwischen schon. Die Idee dazu ging seinerzeit vom damaligen Markneukirchener Pfarrer und jetzigen Landesbischofs Carsten Rentzing aus. Über acht Kilometer führte die Route damals von Erlbach nach Landwüst. Das Anliegen: Ein Weg zum Besinnen, gesäumt von mit Psalmen versehenen Skulpturen. Plätze in der Natur, an denen nicht nur der Rucksack für das Picknick geöffnet wird, sondern die Muße sind für innere Einkehr. Besinnung, Kunst, Wandern - eine Dreifaltigkeit in Zeiten, in denen der Alltag immer hektischer und unübersichtlicher zu werden scheint. Es ist quasi der Jakobsweg im oberen Vogtland.

In diesem Jahr wurde die Trassenführung noch einmal verändert und verlängert - sie führt nun auch über die Grenze nach Schönbach/Luby. Eingebunden sind nun auch die Freilichtmuseen in Eubabrunn und Landwüst, hinzu kommen Gaststätten wie Grünes Tal in Eubabrunn sowie Kozabar und U Moravů auf tschechischer Seite.

"Aus den ursprünglich acht Kilometern sind inzwischen knapp 18 geworden", sagt der Erlbacher Ortsvorsteher André Worbs (Freie Wähler), der als Lehrer des Markneukirchner Gymnasiums großen Anteil an der Realisierung des Projekt hat. Eingebunden in das von Deutschen und Tschechen gleicher- maßen unterstützte Vorhaben war auch die Grundschule in Schönbach/Luby.

Insgesamt 24 Skulpturen säumen nun den Weg: 15 stehen auf deutscher, neun auf tschechischer Seite. Die neuen Skulpturen schufen in den vergangenen Monaten Schüler des Leistungskurses Kunst am Gymnasium Markneukirchen, unterstützt von Ines Hahn aus Raun. Die passionierte Holzbildhauerin gab den Skulpturen mit der Motorsäge nicht nur ihre grobe Form, sondern war auch stets zur Stelle, wenn bei der Feinarbeit Rat und Anregung benötigt wurde.

Inspirieren ließen sich die Elftklässler dabei von Bibelworten, die Erlbachs Pfarrer Jan Dechert herausgesucht hat. Beim sicheren Aufstellen der teils gewichtigen Skulpturen gab es Unterstützung durch Mit- arbeiter der Bauhöfe Markneukirchen und Schönbach/Luby, die auch für die Fundamente sorgten.

Mit einer Wanderung soll der neue Weg der Besinnung am kommenden Samstag offiziell eingeweiht werden. Für die Andacht, die dazu in der Scheune des Freilichtmuseums Eubabrunn vorgesehen ist, haben Schüler der AG Kunst des Markneukirchner Gymnasiums unter Anleitung Manuela Popp als Kulisse großflächige Bilder gemalt, die allein mit ihrer Farbenpracht die Blicke auf sich ziehen. "Die Anregung für die Motive haben sich die Schüler beim Besuch in der Kirche geholt", erzählte die Lehrerin.

Unter ihrer Anleitung entstanden auch die Fotos entlang des Besinnungsweges, die unter dem Titel "Ansichtssache" in einer Ausstellung im Freilichtmuseum Landwüst gezeigt werden. Die Vernissage ist am Samstag, 16 Uhr. Die Ausstellung läuft bis 31. Oktober.

Start für die Eröffungswanderung am Samstag ist 8.30 Uhr im Freilichtmuseum Eubabrunn. Die Tour führt über Schönbach/Luby, wo eine Mittagsrast eingelegt wird, ins Freilichtmuseum Landwüst. Dort sollen die Wanderer dann gegen 15 Uhr eintreffen.

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